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b:begriff [2013/01/28 23:16]
christian
b:begriff [2015/05/06 19:28] (aktuell)
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-Wenn B im Unterschied zu »Term« ein Theorem bezeichnet, muß dieses Theorem in epistemologischer Reflexion auf sich selbst angewandt werden können. Angesichts der »Stärke und [...] Schwäche einer Art von Kritik, welche die Gegenwart zu be- und verurteilen, aber nicht zu begreifen weiß« (//K I//), entwickelt Marx seinen Anspruch begrifflich-wissenschaftlicher [[e:Erkenntnis]]. Dabei ist sein »Begriff ›Begriff‹« (Zeleny 1968) vor allem durch die kritische Rezeption Hegels geprägt. Dieser konzipiert die wahre [[e:Entwicklung]] der Wirklichkeit als die des B: »Alles, was nicht [...] durch den Begriff selbst gesetzte Wirklichkeit ist, ist vorübergehendes //Dasein,// äußerliche Zufälligkeit, Meinung, wesenlose [[e:Erscheinung, Erscheinungsform|Erscheinung]], Unwahrheit, Täuschung usf.« (//RPh,// §1) Daher begreift er die [[i:Identität]] von B und Wirklichkeit letztlich als die [[e:Einheit]] von B und dessen Verwirklichung. Der junge Marx sieht den [[i:Irrtum]] Hegels darin, das Verhältnis von B und Wirklichkeit, von B und Mensch, »auf den Kopf gestellt« zu haben; Hegel mache »die [[i:Idee]] zum Subjekt« und »das eigentliche, wirkliche Subjekt [...] zum Prädikat«; bei ihm sei »die substantielle Wirklichkeit in Wahrheit B«, was »eine offenbare Mystifikation« sei (//KHS//). Die Junghegelianer und – in der Ökonomie – Proudhon machen sich desselben Irrtums schuldig; sie lösen die Wirklichkeit in logische [[k:Kategorie]]n, in B.e auf, die dann als die eigentliche Wirklichkeit gelten bzw. diese setzen (//HF; Elend//). In der //DI// wird die gesellschaftliche Anlage, in der sich eine solche Vorstellung bildet, //Ideologie// genannt (vgl. Haug 1984).+Wenn B im Unterschied zu »Term« ein Theorem bezeichnet, muß dieses Theorem in epistemologischer Reflexion auf sich selbst angewandt werden können. Angesichts der »Stärke und [...] Schwäche einer Art von Kritik, welche die Gegenwart zu be- und verurteilen, aber nicht zu begreifen weiß« (//K I//), entwickelt Marx seinen Anspruch begrifflich-wissenschaftlicher [[e:Erkenntnis]]. Dabei ist sein »Begriff ›Begriff‹« (Zeleny 1968) vor allem durch die kritische Rezeption Hegels geprägt. Dieser konzipiert die wahre [[e:Entwicklung]] der Wirklichkeit als die des B: »Alles, was nicht [...] durch den Begriff selbst gesetzte Wirklichkeit ist, ist vorübergehendes //Dasein,// äußerliche Zufälligkeit, Meinung, wesenlose [[e:Erscheinung, Erscheinungsform|Erscheinung]], Unwahrheit, Täuschung usf.« (//RPh,// §1) Daher begreift er die [[i:Identität]] von B und Wirklichkeit letztlich als die [[e:Einheit]] von B und dessen Verwirklichung. Der junge Marx sieht den [[i:Irrtum]] Hegels darin, das Verhältnis von B und Wirklichkeit, von B und Mensch, »auf den Kopf gestellt« zu haben; Hegel mache »die [[i:Idee]] zum Subjekt« und »das eigentliche, wirkliche Subjekt [...] zum Prädikat«; bei ihm sei »die substantielle Wirklichkeit in Wahrheit B«, was »eine offenbare Mystifikation« sei (//KHS//). Die Junghegelianer und – in der Ökonomie – Proudhon machen sich desselben Irrtums schuldig; sie lösen die Wirklichkeit in logische [[k:kategorie|Kategorien]], in B.e auf, die dann als die eigentliche Wirklichkeit gelten bzw. diese setzen (//HF; Elend//). In der //DI// wird die gesellschaftliche Anlage, in der sich eine solche Vorstellung bildet, //Ideologie// genannt (vgl. Haug 1984).
  
-[...] Statt »der Welt doktrinär mit einem neuen Prinzip« entgegenzutreten, will der junge Marx »aus eigenen [[f:Form]]en der existierenden Wirklichkeit die wahre Wirklichkeit als ihr Sollen und ihren Endzweck entwickeln«, was »nicht durch Dogmen, sondern nur durch Analysierung« zu bewerkstelligen sei (...). Damit stimmt überein, daß die »theoretischen Sätze der Kommunisten« nicht auf erfundenen Ideen beruhen, sondern »nur allgemeine Ausdrücke tatsächlicher Verhältnisse eines existierenden [[k:Klassenkampf]]es, einer unter unsren Augen vor sich gehenden geschichtlichen [[b:Bewegung]]« sind (//Manifest//).+[...] Statt »der Welt doktrinär mit einem neuen Prinzip« entgegenzutreten, will der junge Marx »aus eigenen [[f:form|Formen]] der existierenden Wirklichkeit die wahre Wirklichkeit als ihr Sollen und ihren Endzweck entwickeln«, was »nicht durch Dogmen, sondern nur durch Analysierung« zu bewerkstelligen sei (...). Damit stimmt überein, daß die »theoretischen Sätze der Kommunisten« nicht auf erfundenen Ideen beruhen, sondern »nur allgemeine Ausdrücke tatsächlicher Verhältnisse eines existierenden [[k:klassenkampf|Klassenkampfes]], einer unter unsren Augen vor sich gehenden geschichtlichen [[b:Bewegung]]« sind (//Manifest//).
    
  
 
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