Differences

This shows you the differences between two versions of the page.

Link zu dieser Vergleichsansicht

b:bodenreform [2015/05/07 10:24]
korrektur
b:bodenreform [2018/02/26 21:29] (aktuell)
Zeile 15: Zeile 15:
 Die B zielt auf grundlegend neue [[e:eigentum|Eigentums]]- und Nutzungsverhältnisse an Grund und Boden in Stadt und Land. Der gesellschaftliche Umgang mit Böden ist in allen historischen Epochen eine wesentliche politische, soziale und produktionstechnische Herausforderung und Konfliktlinie. Sie ergibt sich aus der Bedeutung von Grund und Boden (als Regulator im Natur-, insbesondere Stoffhaushalt, als Produktionsmittel, Rohstoff, Baugrund) und seiner permanenten Gefährdung durch Vergiftung, Raubbau und Spekulation. Geschichtliche Epochen lassen sich mit Hilfe der jeweiligen Bodeneigentums- und Nutzungsbestimmungen bzw. durch die Auseinandersetzungen um sie kennzeichnen. Die B zielt auf grundlegend neue [[e:eigentum|Eigentums]]- und Nutzungsverhältnisse an Grund und Boden in Stadt und Land. Der gesellschaftliche Umgang mit Böden ist in allen historischen Epochen eine wesentliche politische, soziale und produktionstechnische Herausforderung und Konfliktlinie. Sie ergibt sich aus der Bedeutung von Grund und Boden (als Regulator im Natur-, insbesondere Stoffhaushalt, als Produktionsmittel, Rohstoff, Baugrund) und seiner permanenten Gefährdung durch Vergiftung, Raubbau und Spekulation. Geschichtliche Epochen lassen sich mit Hilfe der jeweiligen Bodeneigentums- und Nutzungsbestimmungen bzw. durch die Auseinandersetzungen um sie kennzeichnen.
  
-Marx und Engels entwickelten ihr Verständnis der Bodenfrage v.a. aus der <!--[-->[[k:Kritik|Kritik]]<!--]--> physiokratischer (z.B. Turgot und Quesnay) und bürgerlicher Positionen (wie von Petty, Smith, Ricardo oder Rodbertus); in der historischen Analyse des [[g:grundeigentum|Grundeigentums]] bei der Entwicklung der Kapitalverhältnisse (...); in der Ausformulierung der [[g:grundrente|Grundrententheorie]] als Teil der Mehrwerttheorie (...) sowie in konkreten politischen Studien (wie etwa Engels' //Lage//). Zusammenfassend meinte Marx: »Das Eigentum an Grund und Boden [...], diese ursprüngliche Quelle allen Reichtums, ist das große Problem geworden, von dessen Lösung die Zukunft der [[a:Arbeiterklasse]] abhängt.« (...). Der Begriff B findet sich allerdings weder im Text der Klassiker noch im Sach- und Titelregister der bisherigen Textausgaben. Inhaltlich jedoch sahen Marx und Engels die radikale Umwälzung privater Nutzungs- und Verfügungsrechte stets als notwendigen Teil grundsätzlicher sozialistischer Gesellschaftsveränderungen an. Sie stellten sich somit auch grundsätzlich in die Tradition radikaler Bodenreformer wie z.B. Thomas Morus oder Gracchus Babeuf. »Vom Standpunkt einer höhern ökonomischen [[g:Gesellschaftsformation]] wird das Privateigentum einzelner Individuen am Erdball ganz so abgeschmackt erscheinen wie das Privateigentum eines Menschen an einem andern Menschen. Selbst eine ganze Gesellschaft, eine Nation, ja alle gleichzeitigen Gesellschaften zusammengenommen, sind nicht Eigentümer der [[e:Erde]]. Sie sind nur ihre Besitzer, ihre Nutznießer, und haben sie als //boni patres familias// den nachfolgenden Generationen verbessert zu hinterlassen.« (//K III//) +Marx und Engels entwickelten ihr Verständnis der Bodenfrage v.a. aus der <!--[-->[[k:Kritik|Kritik]]<!--]--> physiokratischer (z.B. Turgot und Quesnay) und bürgerlicher Positionen (wie von Petty, Smith, Ricardo oder Rodbertus); in der historischen Analyse des [[g:grundeigentum|Grundeigentums]] bei der Entwicklung der Kapitalverhältnisse (...); in der Ausformulierung der [[g:grundrente|Grundrententheorie]] als Teil der <!--[-->[[m:Mehrwert|Mehrwert]]<!--]-->theorie (...) sowie in konkreten politischen Studien (wie etwa Engels' //Lage//). Zusammenfassend meinte Marx: »Das Eigentum an Grund und Boden [...], diese ursprüngliche Quelle allen Reichtums, ist das große Problem geworden, von dessen Lösung die Zukunft der [[a:Arbeiterklasse]] abhängt.« (...). Der Begriff B findet sich allerdings weder im Text der Klassiker noch im Sach- und Titelregister der bisherigen Textausgaben. Inhaltlich jedoch sahen Marx und Engels die radikale Umwälzung privater Nutzungs- und Verfügungsrechte stets als notwendigen Teil grundsätzlicher sozialistischer Gesellschaftsveränderungen an. Sie stellten sich somit auch grundsätzlich in die Tradition radikaler Bodenreformer wie z.B. Thomas Morus oder Gracchus Babeuf. »Vom Standpunkt einer höhern ökonomischen [[g:Gesellschaftsformation]] wird das Privateigentum einzelner Individuen am Erdball ganz so abgeschmackt erscheinen wie das Privateigentum eines Menschen an einem andern Menschen. Selbst eine ganze Gesellschaft, eine Nation, ja alle gleichzeitigen Gesellschaften zusammengenommen, sind nicht Eigentümer der [[e:Erde]]. Sie sind nur ihre Besitzer, ihre Nutznießer, und haben sie als //boni patres familias// den nachfolgenden Generationen verbessert zu hinterlassen.« (//K III//) 
    
  
 
InkriT Spende/Donate     Kontakt und Impressum: Berliner Institut für kritische Theorie e.V., c/o Tuguntke, Rotdornweg 7, 12205 Berlin
b/bodenreform.1430987069.txt.gz · Zuletzt geändert: 2015/05/07 10:24 von korrektur     Nach oben
Recent changes RSS feed Powered by PHP Valid XHTML 1.0 Valid CSS Driven by DokuWiki Design by Chirripó