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f:fetischcharakter_der_ware [2012/10/25 14:07]
christian
f:fetischcharakter_der_ware [2015/03/26 23:07] (aktuell)
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-Marx greift – wie vor ihm Boisguilbert – den Term auf: Als FdW bezeichnet er bestimmte Aspekte im komplexen Zusammenhang der kapitalistischen Verkehrung von Subjekt und Objekt, der [[e:Entfremdung]] der [[a:Arbeit]] sowie der Verdinglichung gesellschaftlicher Verhältnisse. Die zentrale These besagt in diesem Zusammenhang, dass nur// //im [[k:Kapitalismus]] die sozialökonomischen Verhältnisse der Gesellschaftsmitglieder durch Waren und [[g:Geld]] auf eine Weise vermittelt sind, deren Effekte ins Leben von Individuen, Völkern und ganzer Erdteile wie »übermächtige, sie willenlos beherrschende Naturgesetze« eingreifen (//K III//). Es handelt sich um eine Macht, die nicht durch [[a:Aufklärung]], sondern einzig durch [[a:Aufhebung]] ihrer Ursachen zu brechen ist. So hat »die Verwandlung Afrikas in ein Geheg zur Handelsjagd auf Schwarzhäute« (//K I//) einer Sprachbildung vorgearbeitet, deren wirkungsmächtigste Folge die kapitalismuskritische Handhabung der Termini Fetisch, Fetischismus und F durch Marx und im Marxismus ist. +Marx greift – wie vor ihm Boisguilbert – den Term auf: Als FdW bezeichnet er bestimmte Aspekte im komplexen Zusammenhang der kapitalistischen Verkehrung von Subjekt und Objekt, der [[e:Entfremdung]] der [[a:Arbeit]] sowie der Verdinglichung gesellschaftlicher Verhältnisse. Die zentrale These besagt in diesem Zusammenhang, dass nur// //im [[k:Kapitalismus]] die sozialökonomischen Verhältnisse der Gesellschaftsmitglieder durch Waren und [[g:Geld]] auf eine Weise vermittelt sind, deren Effekte ins Leben von Individuen, Völkern und ganzer Erdteile wie »übermächtige, sie willenlos beherrschende Naturgesetze« eingreifen (//K III//). Es handelt sich um eine <!--[-->[[m:Macht|Macht]]<!--]-->, die nicht durch [[a:Aufklärung]], sondern einzig durch [[a:Aufhebung]] ihrer Ursachen zu brechen ist. So hat »die Verwandlung Afrikas in ein Geheg zur Handelsjagd auf Schwarzhäute« (//K I//) einer Sprachbildung vorgearbeitet, deren wirkungsmächtigste Folge die kapitalismuskritische Handhabung der Termini Fetisch, Fetischismus und F durch Marx und im Marxismus ist. 
  
  
-Marx’ Beschäftigung mit Verhältnissen und Phänomenen, die in den späteren ökonomischen Schriften zur Ausarbeitung der Theorie des FdW führt, beginnt Anfang der 1840er Jahre und setzt sich bis in die 70er Jahre fort. Eine intensive Rezeption dieser Theorie setzt erst im 20. Jh. ein. In ihr dominiert die Diskussion des Phänomens der Verdinglichung. Einzelne Rezeptionslinien bemächtigen sich Marx’ Vorgaben unter lebensphilosophischen, kunsttheoretischen und kulturanthropologischen Gesichtspunkten; auch werden sie in die Kritik der Unterentwicklung der Dritten Welt als globales Problem eingebracht. Sigmund Freuds Theorie des sexuellen Fetischismus führt zu Versuchen, beide Fetischismus-Konzepte zu verknüpfen. +Marx’ Beschäftigung mit Verhältnissen und Phänomenen, die in den späteren ökonomischen Schriften zur Ausarbeitung der Theorie des FdW führt, beginnt Anfang der 1840er Jahre und setzt sich bis in die 70er Jahre fort. Eine intensive Rezeption dieser Theorie setzt erst im 20. Jh. ein. In ihr dominiert die Diskussion des Phänomens der Verdinglichung. Einzelne Rezeptionslinien bemächtigen sich Marx’ Vorgaben unter lebensphilosophischen, kunsttheoretischen und kulturanthropologischen Gesichtspunkten; auch werden sie in die <!--[-->[[k:Kritik|Kritik]]<!--]--> der Unterentwicklung der Dritten Welt als globales Problem eingebracht. Sigmund Freuds Theorie des sexuellen Fetischismus führt zu Versuchen, beide Fetischismus-Konzepte zu verknüpfen. 
    
  
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