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 Die Herausbildung der F vollzieht sich im ersten Drittel des 20. Jh. im Kontext der großen geschichtlichen Umwälzung zur ›Moderne‹ hin, in der sich auch politisch revolutionäre Bewegungen formierten und handlungsmächtig wurden. Welche Folgen das »Zeitalter seiner technischen Reproduzierbarkeit« für die Produktions-, Existenz- und Wirkungsweise des [[k:Kunstwerk|Kunstwerks]], ja der künstlerischen <!--[-->[[k:Kultur|Kultur]]<!--]--> insgesamt hat, analysiert Walter Benjamin in seinem gleichnamigen Essay von 1935.  Die Herausbildung der F vollzieht sich im ersten Drittel des 20. Jh. im Kontext der großen geschichtlichen Umwälzung zur ›Moderne‹ hin, in der sich auch politisch revolutionäre Bewegungen formierten und handlungsmächtig wurden. Welche Folgen das »Zeitalter seiner technischen Reproduzierbarkeit« für die Produktions-, Existenz- und Wirkungsweise des [[k:Kunstwerk|Kunstwerks]], ja der künstlerischen <!--[-->[[k:Kultur|Kultur]]<!--]--> insgesamt hat, analysiert Walter Benjamin in seinem gleichnamigen Essay von 1935. 
  
-Die mit der Fotografie und dem [[f:Film]], mit der Weiterentwicklung der Bild-Druck-Verfahren entstandenen Möglichkeiten der industrietechnisch fundierten visuellen Reproduktion und technisch vermittelten Wahrnehmung von natürlicher und sozialer Wirklichkeit sind bereits im 19. Jh. entdeckt worden. Im 20. Jh. werden sie mit der fortschreitenden [[i:Industrialisierung]] der kapitalistischen Gesellschaften zu einem wesentlichen Moment der sich auf dieser Grundlage neu formierenden Klassengesellschaft, ihrer mehr und mehr kommerzialisierten Massenkultur und -kunst: im Bereich der Warenästhetik und Werbung, der Kino-Unterhaltung, der populären Künste, der politischen Propaganda, der Öffentlichkeit im weitesten Sinne. +Die mit der Fotografie und dem [[f:Film]], mit der Weiterentwicklung der Bild-Druck-Verfahren entstandenen Möglichkeiten der industrietechnisch fundierten visuellen Reproduktion und technisch vermittelten Wahrnehmung von natürlicher und sozialer Wirklichkeit sind bereits im 19. Jh. entdeckt worden. Im 20. Jh. werden sie mit der fortschreitenden [[i:Industrialisierung]] der kapitalistischen Gesellschaften zu einem wesentlichen Moment der sich auf dieser Grundlage neu formierenden Klassengesellschaft, ihrer mehr und mehr kommerzialisierten <!--[-->[[m:Massenkultur|Massenkultur]]<!--]--> und -kunst: im Bereich der Warenästhetik und Werbung, der Kino-Unterhaltung, der populären Künste, der politischen Propaganda, der Öffentlichkeit im weitesten Sinne. 
  
 Durch die neuen industrie-technisch fundierten Bildmedien verändert sich die sinnlich-bildhafte Erfahrung tiefgreifend. Deren technische Speicherung und technische Reproduzierbarkeit verleiht den ›stehenden‹ und ›laufenden‹ [[b:Bild|Bildern]] die Qualität von Authentizität, d.h. nicht nur größere Wirklichkeitsnähe, sondern unwiderlegbare Wirklichkeitstreue, dokumentarische ›Echtheit‹. Die Montage heterogener Bilder und Bildelemente führt zur Segmentierung und Komprimierung des Sehens, zur Beschleunigung des Wechsels der Betrachtungsebenen, zu neuen Möglichkeiten der Rückschau und des Vergleichens, zur Kombinierung äußerst gegensätzlicher Bilder, bewegender Schock-Erfahrung – und damit zur Schärfung des Konfliktbewusstseins. Die Montagetechnik ermöglichte aber nicht nur eine neue Qualität der Wirklichkeitsanalyse und -erkenntnis, sondern auch die Herstellung quasi authentischer Fälschungen, d.h. die <!--[-->[[m:Manipulation|manipulativ]]<!--]-->e Veränderung von historischen ›Dokumenten‹ und deren ideologischen Missbrauch im Interesse der Geschichtsfälschung.  Durch die neuen industrie-technisch fundierten Bildmedien verändert sich die sinnlich-bildhafte Erfahrung tiefgreifend. Deren technische Speicherung und technische Reproduzierbarkeit verleiht den ›stehenden‹ und ›laufenden‹ [[b:Bild|Bildern]] die Qualität von Authentizität, d.h. nicht nur größere Wirklichkeitsnähe, sondern unwiderlegbare Wirklichkeitstreue, dokumentarische ›Echtheit‹. Die Montage heterogener Bilder und Bildelemente führt zur Segmentierung und Komprimierung des Sehens, zur Beschleunigung des Wechsels der Betrachtungsebenen, zu neuen Möglichkeiten der Rückschau und des Vergleichens, zur Kombinierung äußerst gegensätzlicher Bilder, bewegender Schock-Erfahrung – und damit zur Schärfung des Konfliktbewusstseins. Die Montagetechnik ermöglichte aber nicht nur eine neue Qualität der Wirklichkeitsanalyse und -erkenntnis, sondern auch die Herstellung quasi authentischer Fälschungen, d.h. die <!--[-->[[m:Manipulation|manipulativ]]<!--]-->e Veränderung von historischen ›Dokumenten‹ und deren ideologischen Missbrauch im Interesse der Geschichtsfälschung. 

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