Differences

This shows you the differences between two versions of the page.

Link zu dieser Vergleichsansicht

f:funktion [2018/03/07 17:44]
flo
f:funktion [2018/03/09 15:39] (aktuell)
flo
Zeile 19: Zeile 19:
  
  
-Die Rede von F wird durch die Überlagerung sozialer, physiologisch-psychologischer und mathematischer Begriffsschichten kompliziert. Die ersten beiden verbindet der Umstand, dass es hier jeweils um bestimmte <!--[-->[[l:Leistung|Leistung]]<!--]-->en geht – der Magen verdaut, der Verstand orientiert in der Realität, der [[i:Ideologe]] stabilisiert die [[h:Herrschaft]]. Der von Leibniz eingeführte mathematische F-Begriff leitet sich zwar gleichfalls vom Leistungssinn des Wortes ab, hat aber in seiner entwickelten Form kaum mehr etwas damit zu tun: Eine F ist hier eine Zuordnungsoperation, durch die (in fregescher Terminologie) einem Argument ein Wert beigelegt wird – etwa dem Argument 2 durch die F f (x) = x²+3 der Wert 7. Eine verbreitete Redeweise bezeichnet dabei die abhängige Variable (den Wert) als F der in den Ausdruck eingesetzten Größe. Formulierungen nach diesem Muster lassen sich häufig auch beobachten, wenn das mathematische Modell auf andere Kontexte übertragen wird und nurmehr Abhängigkeit meint: »In der einfachen Warenproduktion ist die Besitzverteilung der Produkte F der an sich geschehenden, nämlich unabhängig vom Warentausch möglichen Produktion« (Sohn-Rethel 1937). Es wird zu sehen sein, dass sich der mathematische F-Begriff eben deshalb der Stammbegrifflichkeit periodisch wieder annähern konnte, weil es in beiden Fällen um Abhängigkeitsrelationen geht. +Die Rede von F wird durch die Überlagerung sozialer, physiologisch-psychologischer und mathematischer Begriffsschichten kompliziert. Die ersten beiden verbindet der Umstand, dass es hier jeweils um bestimmte <!--[-->[[l:Leistung|Leistungen]]<!--]--> geht – der Magen verdaut, der Verstand orientiert in der Realität, der [[i:Ideologe]] stabilisiert die [[h:Herrschaft]]. Der von Leibniz eingeführte mathematische F-Begriff leitet sich zwar gleichfalls vom Leistungssinn des Wortes ab, hat aber in seiner entwickelten Form kaum mehr etwas damit zu tun: Eine F ist hier eine Zuordnungsoperation, durch die (in fregescher Terminologie) einem Argument ein Wert beigelegt wird – etwa dem Argument 2 durch die F f (x) = x²+3 der Wert 7. Eine verbreitete Redeweise bezeichnet dabei die abhängige Variable (den Wert) als F der in den Ausdruck eingesetzten Größe. Formulierungen nach diesem Muster lassen sich häufig auch beobachten, wenn das mathematische Modell auf andere Kontexte übertragen wird und nurmehr Abhängigkeit meint: »In der einfachen Warenproduktion ist die Besitzverteilung der Produkte F der an sich geschehenden, nämlich unabhängig vom Warentausch möglichen Produktion« (Sohn-Rethel 1937). Es wird zu sehen sein, dass sich der mathematische F-Begriff eben deshalb der Stammbegrifflichkeit periodisch wieder annähern konnte, weil es in beiden Fällen um Abhängigkeitsrelationen geht. 
    
  

Sitemap

This is a sitemap over all available pages ordered by namespaces.

Page Actions
Wiki Actions
User Actions
Submit This Story
 
InkriT Spende/Donate     Kontakt und Impressum: Berliner Institut für kritische Theorie e.V., c/o Tuguntke, Rotdornweg 7, 12205 Berlin
f/funktion.txt · Zuletzt geändert: 2018/03/09 15:39 von flo     Nach oben
Recent changes RSS feed Powered by PHP Valid XHTML 1.0 Valid CSS Driven by DokuWiki Design by Chirripó