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g:gebrauchswert [2015/03/26 23:07]
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-G kommt der klassischen marxschen Bestimmung zufolge einem Ding zu, »das durch seine Eigenschaften menschliche [[b:Bedürfnis]]se irgendeiner Art befriedigt«, egal, »ob sie z.B. dem Magen oder der Phantasie entspringen« (//K I//). G ist daher ein Relationsbegriff, der in dieser Allgemeinheit historisch unspezifisch Dingen als »Gegenstand der [[b:Befriedigung]] irgendeines Systems menschlicher Bedürfnisse« (//Gr//) zukommt. »G.e bilden den stofflichen Inhalt des Reichtums, welches immer seine gesellschaftliche [[f:Form]] sei.« (...) Die Angewiesenheit auf G.e ist insofern eine ›materialistische Grundtatsache‹ des Stoffwechsels Mensch-Natur. G ist nicht notwendig Arbeitsprodukt, aber G müssen alle Momente des produktiven Stoffwechsels mit der Natur ([[a:Arbeitskraft]], Arbeitsmittel, Produkt) haben. Eine Theorie des G hat es daher mit der gesamten <!--[-->[[k:Kritik der politischen Ökonomie|Kritik der politischen Ökonomie]]<!--]-->, ja umfassender der gesamten Theorie des [[h:historischer Materialismus|historischen Materialismus]] zu tun.+G kommt der klassischen marxschen Bestimmung zufolge einem Ding zu, »das durch seine Eigenschaften menschliche [[b:beduerfnis|Bedürfnisse]] irgendeiner Art befriedigt«, egal, »ob sie z.B. dem Magen oder der Phantasie entspringen« (//K I//). G ist daher ein Relationsbegriff, der in dieser Allgemeinheit historisch unspezifisch Dingen als »Gegenstand der [[b:Befriedigung]] irgendeines Systems menschlicher Bedürfnisse« (//Gr//) zukommt. »G.e bilden den stofflichen Inhalt des Reichtums, welches immer seine gesellschaftliche [[f:Form]] sei.« (...) Die Angewiesenheit auf G.e ist insofern eine ›materialistische Grundtatsache‹ des Stoffwechsels Mensch-Natur. G ist nicht notwendig Arbeitsprodukt, aber G müssen alle Momente des produktiven Stoffwechsels mit der Natur ([[a:Arbeitskraft]], Arbeitsmittel, Produkt) haben. Eine Theorie des G hat es daher mit der gesamten <!--[-->[[k:Kritik der politischen Ökonomie|Kritik der politischen Ökonomie]]<!--]-->, ja umfassender der gesamten Theorie des [[h:historischer Materialismus|historischen Materialismus]] zu tun.
  
 Die G-Bestimmung muss eine Reihe epistemischer Täuschungen umgehen, die teils dem widersprüchlichen Status des Begriffs in der KrpÖ, teils seiner sprachlichen Gestalt, teils den Alltagserfahrungen und -praxen, teils politisch-ethischen Bewertungen zuzuschreiben sind: 1. G.e müssen nicht Waren sein, aber Waren müssen G haben: »Es ist dies ihre stoffliche Seite, die den disparatesten Produktionsepochen gemeinsam sein kann und deren Betrachtung daher jenseits der politischen Ökonomie liegt.« (//Gr//) Das wurde immer wieder (etwa von Hilferding) dahingehend missverstanden, Marx interessiere sich nicht für den G. Diese Auffassung verkennt, dass //erstens// »politische Ökonomie« die klassische bürgerliche Wirtschaftstheorie meint, die von der KrpÖ kategorial umfasst wird, welche wiederum nicht das Ganze der geschichtsmaterialistischen Theorie umgreift; dass //zweitens// der G auf spezifischen theoretischen Ebenen der KrpÖ eine wichtige Rolle spielt: »Der G fällt in ihren Bereich, sobald er durch die modernen Produktionsverhältnisse modifiziert wird oder seinerseits modifizierend in sie eingreift.« (//Gr//) Marx kann daher in den //Randglossen// darauf bestehen, »dass also bei mir der G eine ganz anders wichtige Rolle spielt als in der bisherigen Ökonomie« (...). – 2. Die Tatsache, dass der Term ›G‹ das Wort ›Wert‹ enthält, verführt zur Äquivokation mit dem Tauschwert. Doch enthält dieser »kein Atom G« (//K I//). – 3. Der [[a:Alltagsverstand]] //(common sense)// dagegen ›weiß‹ im Gegensatz zu dieser analytischen Scheidung, dass ›Qualität kostet‹. – 4. G ist nicht als solcher etwas politisch-ethisch ›Gutes‹, auch wenn alle materiellen Bedingungen ›guten Lebens‹ G-Charakter haben. G-Utopien und die Unterscheidung ›richtiger‹ und ›falscher‹ G.e als Korrelate ›richtiger/[[f:falsche Bedürfnisse|falscher Bedürfnisse]]‹ sind daher problematisch.  Die G-Bestimmung muss eine Reihe epistemischer Täuschungen umgehen, die teils dem widersprüchlichen Status des Begriffs in der KrpÖ, teils seiner sprachlichen Gestalt, teils den Alltagserfahrungen und -praxen, teils politisch-ethischen Bewertungen zuzuschreiben sind: 1. G.e müssen nicht Waren sein, aber Waren müssen G haben: »Es ist dies ihre stoffliche Seite, die den disparatesten Produktionsepochen gemeinsam sein kann und deren Betrachtung daher jenseits der politischen Ökonomie liegt.« (//Gr//) Das wurde immer wieder (etwa von Hilferding) dahingehend missverstanden, Marx interessiere sich nicht für den G. Diese Auffassung verkennt, dass //erstens// »politische Ökonomie« die klassische bürgerliche Wirtschaftstheorie meint, die von der KrpÖ kategorial umfasst wird, welche wiederum nicht das Ganze der geschichtsmaterialistischen Theorie umgreift; dass //zweitens// der G auf spezifischen theoretischen Ebenen der KrpÖ eine wichtige Rolle spielt: »Der G fällt in ihren Bereich, sobald er durch die modernen Produktionsverhältnisse modifiziert wird oder seinerseits modifizierend in sie eingreift.« (//Gr//) Marx kann daher in den //Randglossen// darauf bestehen, »dass also bei mir der G eine ganz anders wichtige Rolle spielt als in der bisherigen Ökonomie« (...). – 2. Die Tatsache, dass der Term ›G‹ das Wort ›Wert‹ enthält, verführt zur Äquivokation mit dem Tauschwert. Doch enthält dieser »kein Atom G« (//K I//). – 3. Der [[a:Alltagsverstand]] //(common sense)// dagegen ›weiß‹ im Gegensatz zu dieser analytischen Scheidung, dass ›Qualität kostet‹. – 4. G ist nicht als solcher etwas politisch-ethisch ›Gutes‹, auch wenn alle materiellen Bedingungen ›guten Lebens‹ G-Charakter haben. G-Utopien und die Unterscheidung ›richtiger‹ und ›falscher‹ G.e als Korrelate ›richtiger/[[f:falsche Bedürfnisse|falscher Bedürfnisse]]‹ sind daher problematisch. 

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