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g:genesis [2015/05/14 18:19]
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 G (von gr. γένεσις), Ursprung, Erzeugung, Entstehung, Geburt), mit Werden und Vergehen korreliert, unterscheidet sich vom [[h:Historisches/Logisches|Historischen]] dadurch, dass darunter ein bestimmter Entstehungszusammenhang ›in Reinkultur‹, unter Ausblendung von Überlagerungen verstanden werden kann. Seine jeweilige Rekonstruktion ermöglicht die erfahrungswissenschaftliche Begründung sonst nur spekulativ herstellbaren Zusammenhangswissens. Marx setzt der analytisch-reduktiven Methode, die er etwa in Feuerbachs Religionskritik oder in der [[k:klassische politische Ökonomie|klassischen Politischen Ökonomie]], v.a. bei Smith und Ricardo vorfindet, seine genetisch-rekonstruktive Methode entgegen. G (von gr. γένεσις), Ursprung, Erzeugung, Entstehung, Geburt), mit Werden und Vergehen korreliert, unterscheidet sich vom [[h:Historisches/Logisches|Historischen]] dadurch, dass darunter ein bestimmter Entstehungszusammenhang ›in Reinkultur‹, unter Ausblendung von Überlagerungen verstanden werden kann. Seine jeweilige Rekonstruktion ermöglicht die erfahrungswissenschaftliche Begründung sonst nur spekulativ herstellbaren Zusammenhangswissens. Marx setzt der analytisch-reduktiven Methode, die er etwa in Feuerbachs Religionskritik oder in der [[k:klassische politische Ökonomie|klassischen Politischen Ökonomie]], v.a. bei Smith und Ricardo vorfindet, seine genetisch-rekonstruktive Methode entgegen.
  
-»Genesis« heißt in der jüdisch-christlichen Überlieferung zunächst die biblische Schöpfungserzählung. In der philosophischen Verwendung des Ausdrucks wird diese Bedeutung in der Neuzeit immer mitschwingen, etwa wenn Herder die [[e:Erziehung]] als »zweite G« artikuliert. Im 19. Jh. kommt es in einer Reihe von Naturwissenschaften zum empirischen Durchbruch genetischen Denkens: Die Geologie findet zu einer erdgeschichtlich fundierten  Unterscheidungsmöglichkeit zwischen Gesteinsarten; die Biologie wird durch die Entdeckung der Zelle und Darwins Nachweis der [[e:Evolution|evolutionären]] //Entstehung der Arten //auf ein genetisches Fundament gestellt. Marx dialektisiert das genetische Denken und wendet es ins Sozioanalytische. Während für Hegel »der formgenetische und formverändernde Prozess [...] primär Denkprozess« ist (Sohn-Rethel 1970), ist für Marx die Rekonstruktion der [[f:Form]]en-G »nur die Art für das Denken [...], sich das Konkrete anzueignen« (//Einl 57//). Den Entstehungs- und Wirkungszusammenhang der Dinge zu denken, stößt sich mit der spontanen Metaphysik des gesunden Menschenverstands, sofern diesem die ›Wesen‹ der Dinge als fixe Entitäten gelten. »Statt das gesellschaftliche Ganze als Gegebenheit aufzufassen, in der sich Gesetze genetisch entwickeln, die dynamische Beziehungen sind, können viele nicht auf die Vorstellung von feststehenden Dingen verzichten« (Labriola, //SPh//). +»Genesis« heißt in der jüdisch-christlichen Überlieferung zunächst die biblische Schöpfungserzählung. In der philosophischen Verwendung des Ausdrucks wird diese Bedeutung in der Neuzeit immer mitschwingen, etwa wenn Herder die [[e:Erziehung]] als »zweite G« artikuliert. Im 19. Jh. kommt es in einer Reihe von Naturwissenschaften zum empirischen Durchbruch genetischen Denkens: Die Geologie findet zu einer erdgeschichtlich fundierten  Unterscheidungsmöglichkeit zwischen Gesteinsarten; die Biologie wird durch die Entdeckung der Zelle und Darwins Nachweis der [[e:Evolution|evolutionären]] //Entstehung der Arten //auf ein genetisches Fundament gestellt. Marx dialektisiert das genetische Denken und wendet es ins Sozioanalytische. Während für Hegel »der formgenetische und formverändernde Prozess [...] primär Denkprozess« ist (Sohn-Rethel 1970), ist für Marx die Rekonstruktion der [[f:Form]]en-G »nur die Art für das Denken [...], sich das Konkrete anzueignen« (//Einl 57//). Den Entstehungs- und Wirkungszusammenhang der Dinge zu denken, stößt sich mit der spontanen <!--[-->[[m:Metaphysik|Metaphysik]]<!--]--> des gesunden Menschenverstands, sofern diesem die ›Wesen‹ der Dinge als fixe Entitäten gelten. »Statt das gesellschaftliche Ganze als Gegebenheit aufzufassen, in der sich Gesetze genetisch entwickeln, die dynamische Beziehungen sind, können viele nicht auf die Vorstellung von feststehenden Dingen verzichten« (Labriola, //SPh//). 
    
  
-➫ [[a:Ableitung]], [[a:abstrakt/konkret]],  [[a:Affe]],  [[a:Analyse/Synthese]],  [[a:Anatomie]],  [[a:anschauender Materialismus]],  [[d:Denkform]],  [[d:Dialektik]],  [[e:Element, Elementarform|Element/Elementarform]], [[e:Empirie/Theorie]],  [[e:Entwicklung]],  [[e:Epistemologie]],  [[f:Fakten]], [[f:Form]],  [[f:Forschung/Darstellung]],  [[f:funktional-historische Analyse]],  [[g:Genealogie]],  [[g:Gesellschaftsformation]],  [[h:Hegel-Kritik]],  [[k:Kritik]],  [[l:logische Methode]],  Menschwerdung,  Novum,  Philosophie der Praxis,  Spekulation,  Strukturalismus,  Übergang,  Vermittlung, Wertformanalyse,  Zelle/Zellenform +➫ [[a:Ableitung]], [[a:abstrakt/konkret]],  [[a:Affe]],  [[a:Analyse/Synthese]],  [[a:Anatomie]],  [[a:anschauender Materialismus]],  [[d:Denkform]],  [[d:Dialektik]],  [[e:Element, Elementarform|Element/Elementarform]], [[e:Empirie/Theorie]],  [[e:Entwicklung]],  [[e:Epistemologie]],  [[f:Fakten]], [[f:Form]],  [[f:Forschung/Darstellung]],  [[f:funktional-historische Analyse]],  [[g:Genealogie]],  [[g:Gesellschaftsformation]],  [[h:Hegel-Kritik]],  [[k:Kritik]],  [[l:logische Methode]],  <!--[-->[[m:Menschwerdung|Menschwerdung]]<!--]-->,  Novum,  Philosophie der Praxis,  Spekulation,  Strukturalismus,  Übergang,  Vermittlung, Wertformanalyse,  Zelle/Zellenform 
    
  

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