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Hollywood

A: hūlīwūd. – E: Hollywood. – F: Hollywood. – R: Gollivud. – S: Hollywood. – C: haolaiwu 好莱坞

Günter Giesenfeld

HKWM 6/I, 2004, Spalten 484-492

H ist der Name eines Stadtteils bzw. einer früheren Vorstadt von Los Angeles. Seit die wichtigsten Produzenten der us-amerikanischen Filmindustrie sich 1908 an diesem Ort konzentrierten, avancierte er zum Inbegriff des neuen Mediums. Bald stand der Name auch für bestimmte Merkmale der dort entstehenden Filme. ›H-Filme‹ sind Produkte des sogenannten »Studiosystems«, das auf der fordistischen Produktions- und Vertriebsweise basiert. Das Produktionssystem ist dabei aufs Engste mit der Lebensweise der Massen verknüpft, wie in dem Schlagwort der »Traumfabrik« zum Ausdruck kommt. Die H-Filmindustrie hat sich mit den von ihr geprägten ästhetischen Standards als die im Kapitalismus effektivste Art erwiesen, ein Massenpublikum in seinen Bann zu schlagen, was den Film zum Medium par excellence von Massenkunst werden ließ. Als ein kommerzielles und ästhetisches Erfolgsmodell kommt ihr dabei die Funktion einer beispiellosen ideologischen Formierungs- und Normalisierungsagentur zu. Angesichts von H wird der Film der sowjetischen Schule zur zeitlich begrenzten Randerscheinung und der ›Autorenfilm‹ zu einem minoritären ästhetischen Konzept. Seine Konkurrenzlosigkeit macht ›H‹ zum Synonym für ›Kino‹ überhaupt.

Erziehung, Film, Fordismus, Freiheit, Globalisierung, Identifikation, Illusion, Imperialismus, Jeans, Kulturimperialismus, Kulturindustrie, Kunst, Lebensweise/Lebensbedingungen, Massenkultur, Medien, Nation, Normalisierung, Patriotismus, Popularkunst, Popularliteratur

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