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 ====== Interesse ====== ====== Interesse ======
  
-A: al-maṣlaha. – E: interest. +A: al-maṣlaha. – E: interest. – F: intérêt. – R: interes. – S: interés. – C: lìyì 利益
-– F: intérêt. – R: interes. – S: interés. – C: liyi +
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-Hartmut Neuendorff (I.), Jan +
-Rehmann (II.) +
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-HKWM 6/II, 2004, Spalten +
-1337-1358+
  
 +Hartmut Neuendorff (I.), Jan Rehmann (II.)
  
 +HKWM 6/II, 2004, Spalten 1337-1358
  
 I. Den vielfältigen Verwendungsweisen des I-Begriffs liegt als gemeinsames Moment eine spezifische Gerichtetheit des Handelns zugrunde, in der eine Vermittlung subjektiver Bestimmungsgründe mit objektiven Gegebenheiten als unmittelbares Motiv des Handelns gesetzt ist. Seine Karriere hängt mit der Entwicklung der modernen bürgerlich-kapitalistischen [[g:Gesellschaft]] zusammen, in der das Handeln der Personen, gesellschaftlichen Gruppen und Klassen vornehmlich aus ihren jeweiligen I.n erklärt wird. Wegen der Vermittlung von Subjektivem und Objektivem im I kann daran sowohl die Seite des subjektiven Entschlusses zum Handeln betont werden als auch die sich aus der Stellung der Personen in den gesellschaftlichen Verhältnissen ergebenden Bestimmungsgründe des Handelns. Die subjektive Seite akzentuieren Marx und Engels, wenn sie dem »reflektierenden Bourgeois« bescheinigen, er schiebe »im I […] immer ein Drittes zwischen sich und seine Lebensäußerung, eine Manier, die wahrhaft [[k:klassisch]] bei Bentham erscheint, dessen Nase erst ein I haben muss, ehe sie sich zum Riechen entschließt« (//DI//). Die objektive Seite ist einprägsam in Engels’ //Zur Wohnungsfrage //formuliert: »Die ökonomischen Verhältnisse einer gegebenen Gesellschaft stellen sich zunächst dar als //I.n.//« (...) I. Den vielfältigen Verwendungsweisen des I-Begriffs liegt als gemeinsames Moment eine spezifische Gerichtetheit des Handelns zugrunde, in der eine Vermittlung subjektiver Bestimmungsgründe mit objektiven Gegebenheiten als unmittelbares Motiv des Handelns gesetzt ist. Seine Karriere hängt mit der Entwicklung der modernen bürgerlich-kapitalistischen [[g:Gesellschaft]] zusammen, in der das Handeln der Personen, gesellschaftlichen Gruppen und Klassen vornehmlich aus ihren jeweiligen I.n erklärt wird. Wegen der Vermittlung von Subjektivem und Objektivem im I kann daran sowohl die Seite des subjektiven Entschlusses zum Handeln betont werden als auch die sich aus der Stellung der Personen in den gesellschaftlichen Verhältnissen ergebenden Bestimmungsgründe des Handelns. Die subjektive Seite akzentuieren Marx und Engels, wenn sie dem »reflektierenden Bourgeois« bescheinigen, er schiebe »im I […] immer ein Drittes zwischen sich und seine Lebensäußerung, eine Manier, die wahrhaft [[k:klassisch]] bei Bentham erscheint, dessen Nase erst ein I haben muss, ehe sie sich zum Riechen entschließt« (//DI//). Die objektive Seite ist einprägsam in Engels’ //Zur Wohnungsfrage //formuliert: »Die ökonomischen Verhältnisse einer gegebenen Gesellschaft stellen sich zunächst dar als //I.n.//« (...)
  
-Marx und Engels nehmen den I-Begriff in Auseinandersetzung mit der bürgerlichen Nationalökonomie auf, die ihre [[k:Kategorie]]in Reflexion der [[f:Form]]en der Zirkulationssphäre entwickelt. Obwohl er in der KrpÖ nicht zu den theoretischen Grundbegriffen gehört, spielt er eine wichtige Rolle, sobald die Analyse von den allgemeinen Kategorien zum Konkreten aufsteigt und die Verbindung von gesellschaftlichen Strukturpositionen und Klassenkämpfen berührt. Grundlegend für den marxistischen Gebrauch ist eine Konzeption der Gesellschaft als eines strukturierten Ganzen von Produktions-, Verkehrs- und <!--[-->[[l:Lebensweise, Lebensbedingungen|Lebensweise]]<!--]-->n, das einer [[g:Gesellschaftsformation]] seine historisch spezifische Prägung gibt. Statt das Privat-I zu naturalisieren, wird es als gesellschaftliches Phänomen rekonstruiert. Im Unterschied zum [[b:Bedürfnis]] ist I keine anthropologisch universale Kategorie, sondern ein gesellschaftlich-geschichtlicher, auf die ›moderne‹ Gesellschaft bezogener Begriff.+Marx und Engels nehmen den I-Begriff in Auseinandersetzung mit der bürgerlichen Nationalökonomie auf, die ihre [[k:Kategorie|Kategorien]] in Reflexion der [[f:Form|Formen]] der Zirkulationssphäre entwickelt. Obwohl er in der KrpÖ nicht zu den theoretischen Grundbegriffen gehört, spielt er eine wichtige Rolle, sobald die Analyse von den allgemeinen Kategorien zum Konkreten aufsteigt und die Verbindung von gesellschaftlichen Strukturpositionen und Klassenkämpfen berührt. Grundlegend für den marxistischen Gebrauch ist eine Konzeption der Gesellschaft als eines strukturierten Ganzen von Produktions-, Verkehrs- und <!--[-->[[l:Lebensweise, Lebensbedingungen|Lebensweisen]]<!--]-->, das einer [[g:Gesellschaftsformation]] seine historisch spezifische Prägung gibt. Statt das Privat-I zu naturalisieren, wird es als gesellschaftliches Phänomen rekonstruiert. Im Unterschied zum [[b:Bedürfnis]] ist I keine anthropologisch universale Kategorie, sondern ein gesellschaftlich-geschichtlicher, auf die ›moderne‹ Gesellschaft bezogener Begriff.
  
-II. //K III //endet mit einem Hinweis auf »die unendliche Zersplitterung der I.n und Stellungen, worin die Teilung der gesellschaftlichen [[a:Arbeit]] die Arbeiter wie die Kapitalisten und Grundeigentümer – letztre z.B. in Weinbergsbesitzer, Äckerbesitzer, Waldbesitzer, Bergwerksbesitzer, Fischereibesitzer – spaltet« (...). An dieser Stelle bricht das Manuskript ab. Damit ist im marxschen Werk eine zentrale Problemstellung der [[k:Klassenanalyse]] sowie ihrer Vermittlung zu [[k:Klassenkampf]] und [[b:Bündnispolitik]] offen gelassen. – Rosa Luxemburg macht einen Unterschied zwischen den »unmittelbaren I.n« (...) der Arbeitenden, die sich auf ihre soziale Lage beziehen, wenn etwa der »technische [[f:Fortschritt]]« den »I.n der direkt dadurch berührten Arbeiter« widerstreitet, und ihren »wirklichen I.n« (...). Der [[g:Gegensatz]] bestimmt die schwierige [[d:Dialektik]] ihrer Politik, nämlich das I der »[[a:Arbeiterklasse]] im Ganzen und ihrer [[e:Emanzipation]]« durchzusetzen (...). – Auf welcher [[e:Ebene]] Prozesse der Vereinheitlichung zu übergreifenden Klassen-I.n bzw. der Fragmentierung zu korporatistischen Gruppen- und Sonder-I.n analysiert werden können, ist in kritischen [[g:Gesellschaftstheorie]]umstritten. +II. //K III //endet mit einem Hinweis auf »die unendliche Zersplitterung der I.n und Stellungen, worin die Teilung der gesellschaftlichen [[a:Arbeit]] die Arbeiter wie die Kapitalisten und Grundeigentümer – letztre z.B. in Weinbergsbesitzer, Äckerbesitzer, Waldbesitzer, Bergwerksbesitzer, Fischereibesitzer – spaltet« (...). An dieser Stelle bricht das Manuskript ab. Damit ist im marxschen Werk eine zentrale Problemstellung der [[k:Klassenanalyse]] sowie ihrer Vermittlung zu [[k:Klassenkampf]] und [[b:Bündnispolitik]] offen gelassen. – Rosa Luxemburg macht einen Unterschied zwischen den »unmittelbaren I.n« (...) der Arbeitenden, die sich auf ihre soziale Lage beziehen, wenn etwa der »technische [[f:Fortschritt]]« den »I.n der direkt dadurch berührten Arbeiter« widerstreitet, und ihren »wirklichen I.n« (...). Der [[g:Gegensatz]] bestimmt die schwierige [[d:Dialektik]] ihrer Politik, nämlich das I der »[[a:Arbeiterklasse]] im Ganzen und ihrer [[e:Emanzipation]]« durchzusetzen (...). – Auf welcher [[e:Ebene]] Prozesse der Vereinheitlichung zu übergreifenden Klassen-I.n bzw. der Fragmentierung zu korporatistischen Gruppen- und Sonder-I.n analysiert werden können, ist in kritischen [[g:Gesellschaftstheorie|Gesellschaftstheorien]] umstritten. 
    
  
-➫ [[a:abstrakt/konkret]], [[a:Alltagsforschung]],  [[a:Arbeiterklasse]],  [[a:Arbeitsbeziehungen]],  [[a:Arbeitsteilung]], [[a:Ausbeutung]],  [[b:Bedürfnis]],  [[b:Bewußtsein]],  [[b:Bourgeoisie]],  [[b:Bündnispolitik]], [[e:Egoismus]],  [[e:Einzelnes, Besonderes, Allgemeines|Einzelnes/Besonderes/Allgemeines]],  [[e:Entzauberung]],  [[e:Eigentum]], [[e:Erfahrung]],  [[e:Erinnerungsarbeit]],  [[f:Fabrik]],  [[f:Flexibilisierung]],  [[f:Frauenformen]], [[g:Gefühle, Emotionen|Gefühle/Emotionen]],  [[g:Gegensatz]],  [[g:Gemeinwesen]],  [[h:Habitus]], [[h:Handlungsfähigkeit]],  [[h:Hegemonie]],  [[h:herrschende Klasse]],  [[h:Humanisierung der Arbeit]],  [[i:Idealismus/Materialismus]],  [[i:Idee]],  [[i:Ideologietheorie]], [[i:Individualismus]], [[k:Klasse an sich/für sich]], [[k:Klassenanalyse]],  [[k:Klassenbewusstsein]],  [[k:Klassenkampf]], [[k:Klassenlage]],  [[k:klassische politische Ökonomie]], [[k:kollektives Handeln]],  [[k:Konflikttheorien]],  [[k:Konkurrenz]],  [[k:Kooperation]], [[k:Korporatismus]],  <!--[-->[[k:Kritische Psychologie|Kritische Psychologie]]<!--]-->,  Materialismus,  Motivation, nationales Interesse,  ökonomisch-korporativ,  Organisation, possessiver Individualismus,  privat/gesellschaftlich,  Privateigentum, Produktionsverhältnisse,  produktive/unproduktive Arbeit, Produktivität,  Produktivkräfte,  Produktivkraftentwicklung, Rationalität,  Selbstzweck,  Staat,  Standpunkt/Perspektive, Subjektivismus,  Subjektwissenschaft,  Utilitarismus, Verselbständigung,  von außen,  Widerspruch,  Widerspiegelung, Zirkulation +➫ [[a:abstrakt/konkret]], [[a:Alltagsforschung]],  [[a:Arbeiterklasse]],  [[a:Arbeitsbeziehungen]],  [[a:Arbeitsteilung]], [[a:Ausbeutung]],  [[b:Bedürfnis]],  [[b:Bewußtsein|Bewusstsein]],  [[b:Bourgeoisie]],  [[b:Bündnispolitik]], [[e:Egoismus]],  [[e:Einzelnes, Besonderes, Allgemeines|Einzelnes/Besonderes/Allgemeines]],  [[e:Entzauberung]],  [[e:Eigentum]], [[e:Erfahrung]],  [[e:Erinnerungsarbeit]],  [[f:Fabrik]],  [[f:Flexibilisierung]],  [[f:Frauenformen]], [[g:Gefühle, Emotionen|Gefühle/Emotionen]],  [[g:Gegensatz]],  [[g:Gemeinwesen]],  [[h:Habitus]], [[h:Handlungsfähigkeit]],  [[h:Hegemonie]],  [[h:herrschende Klasse]],  [[h:Humanisierung der Arbeit]],  [[i:Idealismus/Materialismus]],  [[i:Idee]],  [[i:Ideologietheorie]], [[i:Individualismus]], [[k:Klasse an sich/für sich]], [[k:Klassenanalyse]],  [[k:Klassenbewusstsein]],  [[k:Klassenkampf]], [[k:Klassenlage]],  [[k:klassische politische Ökonomie]], [[k:kollektives Handeln]],  [[k:Konflikttheorien]],  [[k:Konkurrenz]],  [[k:Kooperation]], [[k:Korporatismus]],  <!--[-->[[k:Kritische Psychologie|Kritische Psychologie]]<!--]-->,  Materialismus,  Motivation, nationales Interesse,  ökonomisch-korporativ,  Organisation, possessiver Individualismus,  privat/gesellschaftlich,  Privateigentum, Produktionsverhältnisse,  produktive/unproduktive Arbeit, Produktivität,  Produktivkräfte,  Produktivkraftentwicklung, Rationalität,  Selbstzweck,  Staat,  Standpunkt/Perspektive, Subjektivismus,  Subjektwissenschaft,  Utilitarismus, Verselbständigung,  von außen,  Widerspruch,  Widerspiegelung, Zirkulation 
    
  

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