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l:lacanismus [2015/03/27 00:28]
christian
l:lacanismus [2018/02/26 21:29] (aktuell)
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 Ausgangspunkt dieser Verknüpfung von L und Marxismus ist eine von Lacan selbst angeregte Interpretation der Ereignisse von 1968. In der Perspektive seines Subjektverständnisses erscheinen die im Zuge der Studentenunruhen erstrittenen Liberalisierungen und die sich daran anschließende ›postmoderne Wende‹, die weite Teile linker Theoriebildung erfasste, weniger als emanzipatorische Errungenschaften denn als Ausdruck von Veränderungen in den ideologischen Strukturen selbst. Das veränderte [[i:Ideologietheorie|Ideologieverständnis]], das sich daran anschließt, macht geltend, dass diese postmoderne Wende nicht lediglich vom <!--[-->[[k:Kapitalismus|Kapitalismus]]<!--]--> integriert wurde, sondern von Beginn an Teil von dessen im Zuge der [[k:Krise des Fordismus|Fordismuskrise]] notwendig gewordenen Selbsterneuerung war. Ausgangspunkt dieser Verknüpfung von L und Marxismus ist eine von Lacan selbst angeregte Interpretation der Ereignisse von 1968. In der Perspektive seines Subjektverständnisses erscheinen die im Zuge der Studentenunruhen erstrittenen Liberalisierungen und die sich daran anschließende ›postmoderne Wende‹, die weite Teile linker Theoriebildung erfasste, weniger als emanzipatorische Errungenschaften denn als Ausdruck von Veränderungen in den ideologischen Strukturen selbst. Das veränderte [[i:Ideologietheorie|Ideologieverständnis]], das sich daran anschließt, macht geltend, dass diese postmoderne Wende nicht lediglich vom <!--[-->[[k:Kapitalismus|Kapitalismus]]<!--]--> integriert wurde, sondern von Beginn an Teil von dessen im Zuge der [[k:Krise des Fordismus|Fordismuskrise]] notwendig gewordenen Selbsterneuerung war.
  
-II. Wenn der Hauptvertreter der Lacan-Schule von Ljubljana, Slavoj Žižek, von dem in der westlichen Wissenschaft umgehenden »<!--[-->[[g:Gespenst|Gespenst]]<!--]--> des cartesianischen Subjekts« spricht (2001), spielt er auf einen gewichtigen Unterschied zwischen der sich auf Lacan gründenden sprachphilosophischen Wendung der <!--[-->[[b:Bewußtsein|Bewusstsein]]<!--]-->szentriertheit und der auf Ludwig Wittgenstein zurückgehenden angloamerikanischen Version des linguistic turn an: während diese mit der abendländischen Bewusstseinsphilosophie brechen will, geht es jener darum, das //cogito// wieder zu befähigen, seine exzessiv-widerständige Rückseite geltend zu machen. Wie in der Psychoanalyse spielt zwar bei Wittgenstein der »Therapie«-Aspekt (//PhU//, Nr. 133) eine Rolle, jedoch vorwiegend metaphorisch, insofern er den Philosophen von ihn »peitschenden« Problemen (ebd.) wie von einer »Krankheit« (255) befreien will. Dies soll durch die <!--[-->[[a:Aufklärung|Aufklärung]]<!--]--> des diesen Problemen zu Grunde liegenden falschen Sprachgebrauchs und dessen Zurückführung auf die alltagssprachlichen Konventionen geschehen. Bei Lacan hingegen ist die Alltagssprache bereits in sich problematisch und in psychotherapeutischer Hinsicht zugleich problemund therapierelevant, was den Auslöser für Lacans sprachphilosophische Reflexionen abgab. +II. Wenn der Hauptvertreter der Lacan-Schule von Ljubljana, Slavoj Žižek, von dem in der westlichen Wissenschaft umgehenden »<!--[-->[[g:Gespenst|Gespenst]]<!--]--> des cartesianischen Subjekts« spricht (2001), spielt er auf einen gewichtigen Unterschied zwischen der sich auf Lacan gründenden sprachphilosophischen Wendung der <!--[-->[[b:Bewußtsein|Bewusstsein]]<!--]-->szentriertheit und der auf Ludwig Wittgenstein zurückgehenden angloamerikanischen Version des linguistic turn an: während diese mit der abendländischen Bewusstseinsphilosophie brechen will, geht es jener darum, das //cogito// wieder zu befähigen, seine exzessiv-widerständige Rückseite geltend zu machen. Wie in der Psychoanalyse spielt zwar bei Wittgenstein der »Therapie«-Aspekt (//PhU//, Nr. 133) eine Rolle, jedoch vorwiegend <!--[-->[[m:Metapher|metaphorisch]]<!--]-->, insofern er den Philosophen von ihn »peitschenden« Problemen (ebd.) wie von einer »Krankheit« (255) befreien will. Dies soll durch die <!--[-->[[a:Aufklärung|Aufklärung]]<!--]--> des diesen Problemen zu Grunde liegenden falschen Sprachgebrauchs und dessen Zurückführung auf die alltagssprachlichen Konventionen geschehen. Bei Lacan hingegen ist die Alltagssprache bereits in sich problematisch und in psychotherapeutischer Hinsicht zugleich problemund therapierelevant, was den Auslöser für Lacans sprachphilosophische Reflexionen abgab. 
  
 ➫ <!--[-->[[a:Althusser-Schule}|Althusser-Schule]]<!--]-->, <!--[-->[[a:Autorität|Autorität]]<!--]-->, <!--[-->[[b:Befreiung|Befreiung]]<!--]-->, <!--[-->[[b:Befriedigung|Befriedigung]]<!--]-->, [[b:Bewusstsein]], <!--[-->[[d:Determinismus|Determinismus]]<!--]-->, [[d:Diskursanalyse]], <!--[-->[[d:Diskurstheorie|Diskurstheorie]]<!--]-->, <!--[-->[[f:Feminismus|Feminismus]]<!--]-->, <!--[-->[[f:Fetischcharakter der Ware|Fetischcharakter der Ware]]<!--]-->, <!--[-->[[f:Freudomarxismus|Freudomarxismus]]<!--]-->, <!--[-->[[g:Gefühle, Emotionen|Gefühle/Emotionen]]<!--]-->, <!--[-->[[g:Genuss|Genuss]]<!--]-->, <!--[-->[[g:Geschlechterverhältnisse|Geschlechterverhältnisse]]<!--]-->, [[g:Gesellschaftstheorie]], <!--[-->[[g:Gleichheit|Gleichheit]]<!--]-->, <!--[-->[[g:Globalisierung|Globalisierung]]<!--]-->, [[h:Hegemonie]], <!--[-->[[h:Heteronormativität|Heteronormativität]]<!--]-->, <!--[-->[[i:Identifikation|Identifikation]]<!--]-->, [[i:Identität]], <!--[-->[[i:Identitätspolitik|Identitätspolitik]]<!--]-->, <!--[-->[[i:Ideologe|Ideologe]]<!--]-->, <!--[-->[[i:Ideologiekritik|Ideologiekritik]]<!--]-->, <!--[-->[[i:Ideologietheorie|Ideologietheorie]]<!--]-->, <!--[-->[[i:ideologische Staatsapparate/repressiver Staatsapparat]]<!--]-->, <!--[-->[[i:Imaginäres|Imaginäres]]<!--]-->, <!--[-->[[i:Ironie|Ironie]]<!--]-->, <!--[-->[[k:Kommunikation|Kommunikation]]<!--]-->, <!--[-->[[k:Kontingenz|Kontingenz]]<!--]-->, [[k:Kritik]], <!--[-->[[k:Kritik der politischen Ökonomie|Kritik der politischen Ökonomie]]<!--]-->, <!--[-->[[k:Kultur|Kultur]]<!--]-->, <!--[-->[[k:kulturelle Wende|kulturelle Wende]]<!--]-->, <!--[-->[[k:Kulturstudien (Cultural Studies)]]<!--]-->, Normen, Pariser Mai, Patriarchat, Postmarxismus, Postmoderne, Poststrukturalismus, Psychoanalyse, Sprache, Struktur, Strukturalismus, Studentenbewegung, Subjekt, Subjekt-Effekt, subversiv, Symbol, symbolische Ordnung, System, Unbewusstes, Wissen, Zeichen ➫ <!--[-->[[a:Althusser-Schule}|Althusser-Schule]]<!--]-->, <!--[-->[[a:Autorität|Autorität]]<!--]-->, <!--[-->[[b:Befreiung|Befreiung]]<!--]-->, <!--[-->[[b:Befriedigung|Befriedigung]]<!--]-->, [[b:Bewusstsein]], <!--[-->[[d:Determinismus|Determinismus]]<!--]-->, [[d:Diskursanalyse]], <!--[-->[[d:Diskurstheorie|Diskurstheorie]]<!--]-->, <!--[-->[[f:Feminismus|Feminismus]]<!--]-->, <!--[-->[[f:Fetischcharakter der Ware|Fetischcharakter der Ware]]<!--]-->, <!--[-->[[f:Freudomarxismus|Freudomarxismus]]<!--]-->, <!--[-->[[g:Gefühle, Emotionen|Gefühle/Emotionen]]<!--]-->, <!--[-->[[g:Genuss|Genuss]]<!--]-->, <!--[-->[[g:Geschlechterverhältnisse|Geschlechterverhältnisse]]<!--]-->, [[g:Gesellschaftstheorie]], <!--[-->[[g:Gleichheit|Gleichheit]]<!--]-->, <!--[-->[[g:Globalisierung|Globalisierung]]<!--]-->, [[h:Hegemonie]], <!--[-->[[h:Heteronormativität|Heteronormativität]]<!--]-->, <!--[-->[[i:Identifikation|Identifikation]]<!--]-->, [[i:Identität]], <!--[-->[[i:Identitätspolitik|Identitätspolitik]]<!--]-->, <!--[-->[[i:Ideologe|Ideologe]]<!--]-->, <!--[-->[[i:Ideologiekritik|Ideologiekritik]]<!--]-->, <!--[-->[[i:Ideologietheorie|Ideologietheorie]]<!--]-->, <!--[-->[[i:ideologische Staatsapparate/repressiver Staatsapparat]]<!--]-->, <!--[-->[[i:Imaginäres|Imaginäres]]<!--]-->, <!--[-->[[i:Ironie|Ironie]]<!--]-->, <!--[-->[[k:Kommunikation|Kommunikation]]<!--]-->, <!--[-->[[k:Kontingenz|Kontingenz]]<!--]-->, [[k:Kritik]], <!--[-->[[k:Kritik der politischen Ökonomie|Kritik der politischen Ökonomie]]<!--]-->, <!--[-->[[k:Kultur|Kultur]]<!--]-->, <!--[-->[[k:kulturelle Wende|kulturelle Wende]]<!--]-->, <!--[-->[[k:Kulturstudien (Cultural Studies)]]<!--]-->, Normen, Pariser Mai, Patriarchat, Postmarxismus, Postmoderne, Poststrukturalismus, Psychoanalyse, Sprache, Struktur, Strukturalismus, Studentenbewegung, Subjekt, Subjekt-Effekt, subversiv, Symbol, symbolische Ordnung, System, Unbewusstes, Wissen, Zeichen
 
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