Differences

This shows you the differences between two versions of the page.

Link zu dieser Vergleichsansicht

l:lehrstueck [2015/03/26 23:07]
127.0.0.1 Externe Bearbeitung
l:lehrstueck [2015/03/27 00:17] (aktuell)
christian
Zeile 16: Zeile 16:
 Im Kalten Krieg wurde //Die Maßnahme,// stellvertretend für die L.e im Westen und besonders in der Bundesrepublik, zum Emblem einer angeblichen Apologie des Stalinismus. In der DDR-Forschung dagegen wurde das Werk wegen seiner angeblich falschen Anleitung zu revolutionärem Handeln kritisiert, die L-Periode auf eine Übergangsphase zwischen dem Frühwerk und den großen Stücken, zwischen dem bürgerlichen und dem marxistischen Brecht reduziert. Da ein produktiver Umgang mit der //Maßnahme// nicht zu erwarten war, verbot Brecht Aufführungen des Stücks (vgl. GA 30; es gab weiterhin nichtöffentliche, z.B. studentische Aufführungen). Zu Beginn der 1970er Jahre lieferte Reiner Steinweg mit einer systematisierenden Rekonstruktion von Brechts Theorie der Diskussion um die L.e ein kohärentes Fundament. Es wurde zu Beginn der 1990er Jahre von Klaus-Dieter Krabiel emphatisch in Frage gestellt. Krabiel rekonstruierte die L-Periode in ihrem entstehungsgeschichtlichen Kontext. Damit rückte der Aspekt der L.e als avantgardistische //Musik//werke und die Bedeutung der //Komponisten// für die Entwicklung des Spieltypus ins Zentrum; der Zweck des Einübens von politischem Bewusstsein und Verhalten wurde sekundär. Durch eine internationale Konferenz 1998 wurde //Die Maßnahme// – und damit die L.e insgesamt – als eine der großen innovativen Leistungen Brechts kanonisiert (vgl. Gellert/Koch/Vassen 1999). In den Bänden des //Brecht-Handbuchs// stammen die Beiträge zum L fast ausschließlich von Krabiel, dessen Positionen sich zu Beginn des 21. Jh. vorerst durchgesetzt haben. Im Kalten Krieg wurde //Die Maßnahme,// stellvertretend für die L.e im Westen und besonders in der Bundesrepublik, zum Emblem einer angeblichen Apologie des Stalinismus. In der DDR-Forschung dagegen wurde das Werk wegen seiner angeblich falschen Anleitung zu revolutionärem Handeln kritisiert, die L-Periode auf eine Übergangsphase zwischen dem Frühwerk und den großen Stücken, zwischen dem bürgerlichen und dem marxistischen Brecht reduziert. Da ein produktiver Umgang mit der //Maßnahme// nicht zu erwarten war, verbot Brecht Aufführungen des Stücks (vgl. GA 30; es gab weiterhin nichtöffentliche, z.B. studentische Aufführungen). Zu Beginn der 1970er Jahre lieferte Reiner Steinweg mit einer systematisierenden Rekonstruktion von Brechts Theorie der Diskussion um die L.e ein kohärentes Fundament. Es wurde zu Beginn der 1990er Jahre von Klaus-Dieter Krabiel emphatisch in Frage gestellt. Krabiel rekonstruierte die L-Periode in ihrem entstehungsgeschichtlichen Kontext. Damit rückte der Aspekt der L.e als avantgardistische //Musik//werke und die Bedeutung der //Komponisten// für die Entwicklung des Spieltypus ins Zentrum; der Zweck des Einübens von politischem Bewusstsein und Verhalten wurde sekundär. Durch eine internationale Konferenz 1998 wurde //Die Maßnahme// – und damit die L.e insgesamt – als eine der großen innovativen Leistungen Brechts kanonisiert (vgl. Gellert/Koch/Vassen 1999). In den Bänden des //Brecht-Handbuchs// stammen die Beiträge zum L fast ausschließlich von Krabiel, dessen Positionen sich zu Beginn des 21. Jh. vorerst durchgesetzt haben.
  
-➫ <!--[-->[[a:Antiideologie|Antiideologie]]<!--]-->, <!--[-->[[a:Ästhetik|Ästhetik]]<!--]-->, <!--[-->[[a:Autonomie der Kunst|Autonomie der Kunst]]<!--]-->, <!--[-->[[b:Brecht-Linie|Brecht-Linie]]<!--]-->, <!--[-->[[d:dialektisches Theater|dialektisches Theater]]<!--]-->, <!--[-->[[e:eingreifendes Denken|eingreifendes Denken]]<!--]-->, <!--[-->[[e:eingreifende Sozialforschung|eingreifende Sozialforschung]]<!--]-->, <!--[-->[[e:Engagement|Engagement]]<!--]-->, <!--[-->[[e:episches Theater|episches Theater]]<!--]-->, <!--[-->[[e:Erfahrung|Erfahrung]]<!--]-->, <!--[-->[[e:Erinnerungsarbeit|Erinnerungsarbeit]]<!--]-->, <!--[-->[[e:Erkenntnis|Erkenntnis]]<!--]-->, <!--[-->[[i:Individuum|Individuum]]<!--]-->, <!--[-->[[k:Kollektiv/Gruppe|Kollektiv/Gruppe]]<!--]-->, [[k:Kommunismus]], <!--[-->[[k:Kulinarisches|Kulinarisches]]<!--]-->, [[l:Lernen]], Literaturtheorie, Materialästhetik, Neuer Mensch, philosophisches Volkstheater, politische Kunst, Praxis, Selbstveränderung, sozialistische Moral, Subjekt, Theater+➫ <!--[-->[[a:Antiideologie|Antiideologie]]<!--]-->, <!--[-->[[a:Ästhetik|Ästhetik]]<!--]-->, <!--[-->[[a:Autonomie der Kunst|Autonomie der Kunst]]<!--]-->, <!--[-->[[b:Brecht-Linie|Brecht-Linie]]<!--]-->, <!--[-->[[d:dialektisches Theater|dialektisches Theater]]<!--]-->, <!--[-->[[e:eingreifendes Denken|eingreifendes Denken]]<!--]-->, <!--[-->[[e:eingreifende Sozialforschung|eingreifende Sozialforschung]]<!--]-->, <!--[-->[[e:Engagement|Engagement]]<!--]-->, <!--[-->[[e:episches Theater|episches Theater]]<!--]-->, <!--[-->[[e:Erfahrung|Erfahrung]]<!--]-->, <!--[-->[[e:Erinnerungsarbeit|Erinnerungsarbeit]]<!--]-->, <!--[-->[[e:Erkenntnis|Erkenntnis]]<!--]-->, <!--[-->[[i:Individuum|Individuum]]<!--]-->, <!--[-->[[k:Kollektiv/Gruppe|Kollektiv/Gruppe]]<!--]-->, [[k:Kommunismus]], <!--[-->[[k:Kulinarisches|Kulinarisches]]<!--]-->, [[l:Lernen]], [[l:Literaturverhältnisse]], Materialästhetik, Neuer Mensch, philosophisches Volkstheater, politische Kunst, Praxis, Selbstveränderung, sozialistische Moral, Subjekt, Theater
  
  
 [[http://www.inkrit.de/e_sx.php?id=932|{{:artikel_per_email.jpg}}]]  [[http://www.inkrit.de/e_sx.php?id=932|{{:artikel_per_email.jpg}}]] 
 
InkriT Spende/Donate     Kontakt und Impressum: Berliner Institut für kritische Theorie e.V., c/o Tuguntke, Rotdornweg 7, 12205 Berlin
l/lehrstueck.txt · Zuletzt geändert: 2015/03/27 00:17 von christian     Nach oben
Recent changes RSS feed Powered by PHP Valid XHTML 1.0 Valid CSS Driven by DokuWiki Design by Chirripó