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m:marxismus_lenins [2015/04/08 10:15]
christian
m:marxismus_lenins [2018/02/26 21:29] (aktuell)
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-Werk und Wirken Lenins haben zentrale Bedeutung für die Entwicklung des [[m:Marxismus]] im 20. Jh. Dass drei bis vier Jahrzehnte nach dem Eintreffen Lenins in Petrograd im April 1917 »ein Drittel der Menschheit unter der Herrschaft von Regimen« lebte, die »unmittelbar« aus dieser Revolution »und Lenins organisatorischem Modell, der Kommunistischen Partei, hervorgegangen waren«, erweist nach Eric Hobsbawm die 1917 initiierten Umwälzungen als die »gewaltigste Revolutionsbewegung der modernen Geschichte« (1994/2010, 79). Gemessen am emanzipatorischen Kernanliegen von Marx, stellt sich die Bilanz der weltgeschichtlichen Rolle des russischen Revolutionsführers und der von ihm ausgehenden staatssozialistischen Alternative zum [[k:Kapitalismus]] im 20. Jh. jedoch als tief widersprüchlich dar. Sie steht für die zwiespältige Doppelfunktion des Marxismus in dieser Epoche seiner größten Verbreitung und später tiefsten [[k:Krise des Marxismus|Krise]] – zum einen als revolutionäre Orientierung im Kampf gegen Unterdrückung und [[a:Ausbeutung]], zum anderen als Herrschaftsideologie von Staaten, in denen der Marxismus als Leninismus bzw. [[m:Marxismus-Leninismus]] (ML) zur Macht gekommen war. Daraus ergaben sich gleichermaßen starke Potenziale weltweiter Ausstrahlung wie gravierender Fehlentwicklungen, beides zumeist unauflöslich verflochten. Um neue Kraft und Ausstrahlung zu gewinnen, musste der in den Untergang der sowjetisch geprägten Regime in Europa seit 1989 hineingezogene Marxismus zunächst davon befreit werden, »theoretisch mit dem Leninismus und praktisch mit den leninistischen Regimen in eins gesetzt zu werden« (Hobsbawm 2012, 14f).+Werk und Wirken Lenins haben zentrale Bedeutung für die Entwicklung des [[m:Marxismus]] im 20. Jh. Dass drei bis vier Jahrzehnte nach dem Eintreffen Lenins in Petrograd im April 1917 »ein Drittel der <!--[-->[[m:Menschheit|Menschheit]]<!--]--> unter der Herrschaft von Regimen« lebte, die »unmittelbar« aus dieser Revolution »und Lenins organisatorischem Modell, der Kommunistischen Partei, hervorgegangen waren«, erweist nach Eric Hobsbawm die 1917 initiierten Umwälzungen als die »gewaltigste Revolutionsbewegung der modernen Geschichte« (1994/2010, 79). Gemessen am emanzipatorischen Kernanliegen von Marx, stellt sich die Bilanz der weltgeschichtlichen Rolle des russischen Revolutionsführers und der von ihm ausgehenden staatssozialistischen Alternative zum [[k:Kapitalismus]] im 20. Jh. jedoch als tief widersprüchlich dar. Sie steht für die zwiespältige Doppelfunktion des Marxismus in dieser Epoche seiner größten Verbreitung und später tiefsten [[k:Krise des Marxismus|Krise]] – zum einen als revolutionäre Orientierung im Kampf gegen Unterdrückung und [[a:Ausbeutung]], zum anderen als Herrschaftsideologie von Staaten, in denen der Marxismus als Leninismus bzw. [[m:Marxismus-Leninismus]] (ML) zur Macht gekommen war. Daraus ergaben sich gleichermaßen starke Potenziale weltweiter Ausstrahlung wie gravierender Fehlentwicklungen, beides zumeist unauflöslich verflochten. Um neue Kraft und Ausstrahlung zu gewinnen, musste der in den Untergang der sowjetisch geprägten Regime in Europa seit 1989 hineingezogene Marxismus zunächst davon befreit werden, »theoretisch mit dem Leninismus und praktisch mit den leninistischen Regimen in eins gesetzt zu werden« (Hobsbawm 2012, 14f).
  
 Georges Labica arbeitete seit Anfang der 1980er Jahre an einer »//<!--[-->[[e:Erneuerung|Erneuerung]]<!--]-->// des Leninismus« //gegen// das im Staatssozialismus herrschende Leninismus-Dogma (1984/1986, 123). Dabei kam es ihm auf ein Denken in leninscher Tradition an, das nicht den Anspruch des Modellcharakters hat, mit dem »das Empirische einer historischen Ausnahmesituation zur Allgemeinheit« erhoben wird, sondern Grundlage »einer politischen Praxis« sein soll, die »in notwendigerweise besonderen <!--[-->[[k:Konjunktur, politisch-historische|Konjunkturen]]<!--]-->« auf das Hervorbringen einer »kommunistischen Revolution« hinwirkt (ebd.). Er nennt diese Art erneuernder [[k:Kritik]], mit der er dem Umgang mit dem <!--[-->[[e:Erbe|Erbe]]<!--]--> Lenins eine konstruktive Wendung gibt, die »Arbeit des Besonderen« (116). Dazu sei die historische Konkretisierung wie kritische Prüfung der »Eingriffe« Lenins und ihrer Folgen für die Entwicklung des Marxismus nötig (117). Georges Labica arbeitete seit Anfang der 1980er Jahre an einer »//<!--[-->[[e:Erneuerung|Erneuerung]]<!--]-->// des Leninismus« //gegen// das im Staatssozialismus herrschende Leninismus-Dogma (1984/1986, 123). Dabei kam es ihm auf ein Denken in leninscher Tradition an, das nicht den Anspruch des Modellcharakters hat, mit dem »das Empirische einer historischen Ausnahmesituation zur Allgemeinheit« erhoben wird, sondern Grundlage »einer politischen Praxis« sein soll, die »in notwendigerweise besonderen <!--[-->[[k:Konjunktur, politisch-historische|Konjunkturen]]<!--]-->« auf das Hervorbringen einer »kommunistischen Revolution« hinwirkt (ebd.). Er nennt diese Art erneuernder [[k:Kritik]], mit der er dem Umgang mit dem <!--[-->[[e:Erbe|Erbe]]<!--]--> Lenins eine konstruktive Wendung gibt, die »Arbeit des Besonderen« (116). Dazu sei die historische Konkretisierung wie kritische Prüfung der »Eingriffe« Lenins und ihrer Folgen für die Entwicklung des Marxismus nötig (117).
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 ➫ [[a:abbau_des_staates|Abbau des Staates]], [[a:abbild|Abbild]], [[a:absterben_des_staates|Absterben des Staates]], [[a:abstrakt_konkret|abstrakt/konkret]], [[a:anarchismus|Anarchismus]], [[a:avantgarde|Avantgarde]], [[b:berufsrevolutionaer|Berufsrevolutionär]], [[b:bucharinismus|Bucharinismus]], [[d:denkform|Denkform]], [[d:dialektik|Dialektik]], [[d:dialektischer_materialismus|dialektischer Materialismus]], [[d:diktatur_des_proletariats|Diktatur des Proletariats]], [[d:doppelherrschaft|Doppelherrschaft]], <!--[-->[[e:Elektrifizierung|Elektrifizierung]]<!--]-->, <!--[-->[[e:Erkenntnistheorie|Erkenntnistheorie]]<!--]-->, [[f:feuerbach-thesen|Feuerbach-Thesen]], <!--[-->[[f:Finanzkapital|Finanzkapital]]<!--]-->, <!--[-->[[g:Gramscismus|Gramscismus]]<!--]-->, [[g:grundfrage_der_philosophie|Grundfrage der Philosophie]], [[g:grundwiderspruch_haupt-_nebenwiderspruch|Grundwiderspruch (Haupt-/Nebenwiderspruch]], <!--[-->[[h:Hegelianismus|Hegelianismus]]<!--]-->, 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<!--[-->[[l:Luxemburgismus|Luxemburgismus]]<!--]-->, [[m:Macht]], [[m:Mao-Zedong-Ideen]], [[m:Marxismus]], [[m:Marxismus-Leninismus]], <!--[-->[[m:Marxistsein/Marxistinsein|Marxistsein/Marxistinsein]]<!--]-->, Materialismus, Materialismus und Empiriokritizismus, Monopolkapital, Neue Ökonomische Politik, Oktoberrevolution, Pariser Kommune, Partei neuen Typs, Räte/Rätesystem, Reformismus, Revisionismusstreit, Revolution, revolutionäre Realpolitik, Revolutionstheorie, Russische Revolution, Sowjet, Sowjetische Gesellschaft, Sowjetkritik, Staat, Stalinismus, Totalität, Trotzkismus, Übergangsgesellschaft, Widerspiegelung, Zimmerwalder, Zweite Internationale ➫ [[a:abbau_des_staates|Abbau des Staates]], [[a:abbild|Abbild]], [[a:absterben_des_staates|Absterben des Staates]], [[a:abstrakt_konkret|abstrakt/konkret]], [[a:anarchismus|Anarchismus]], [[a:avantgarde|Avantgarde]], [[b:berufsrevolutionaer|Berufsrevolutionär]], [[b:bucharinismus|Bucharinismus]], [[d:denkform|Denkform]], 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Kommune, Partei neuen Typs, Räte/Rätesystem, Reformismus, Revisionismusstreit, Revolution, revolutionäre Realpolitik, Revolutionstheorie, Russische Revolution, Sowjet, Sowjetische Gesellschaft, Sowjetkritik, Staat, Stalinismus, Totalität, Trotzkismus, Übergangsgesellschaft, Widerspiegelung, Zimmerwalder, Zweite Internationale
  
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