Aktuelle Seite: - - - - Konzeption
inkrit_000.jpg

Zur Konzeption des HKWM

 

Die Frage nach Marx und seiner Wirkungsgeschichte erschließt erwartungsgemäß das wichtigste thematische Feld des HKWM. Doch die Frage von Marx reicht viel weiter. Sie gilt den Herrschafts- und Ausbeutungsverhältnissen in Geschichte und Gegenwart und wurde von ihm aus vielen historischen und zeitgenössischen Tendenzen zusammengefasst, verdichtet und wissenschaftlich unterbaut in einem immensen Forschungsprozess.

 

Das HKWM schickt diese Frage wie eine Sonde in die Vergangenheit und in die Krisen und Kämpfe, die wissenschaftlich-technischen und kulturellen Entwicklungen der Gegenwart. Wenn das theoretische Hauptwerk von Marx die Kapitalismustheorie ist, so sein praktisches die moderne Arbeiterbewegung, der er als Mitgründer und programmatisch führender Kopf der Internationalen Arbeiter-Assoziation gedient hat. Doch die Marx-Frage, orientiert von dem »kategorischen Imperativ«, alle Verhältnisse der Kritik in gesellschaftsverändernder Perspektive zu unterwerfen, »in denen der Mensch ein erniedrigtes, ein geknechtetes, ein verlassenes, ein verächtliches Wesen ist« (MEW 1, 385), reicht darüber hinaus in alle emanzipatorischen Bewegungen. »Marxistisches Denken«, wie das HKWM es emblematisch auffasst, »ist kein abgeschottetes, sektiererisches oder spezialistisches Phänomen. Es entstand und entsteht immer wieder aus praktisch-theoretischer Hinwendung zu den Fragen der menschlichen Vergesellschaftung und ihrer Naturverhältnisse, der Antagonismen und Krisen. Diese Fragen gehen alle an. Sie sind ungelöst, und ihre Ungelöstheit wird immer deutlicher als Überlebensfrage der Menschheit im ›Raumschiff Erde‹ gespürt« (Vorwort zu HKWM 1, 1994).

 

Die bisher erschienenen Bände belegen, dass und wie dieser umfassende Anspruch eingelöst worden ist. Neben der Arbeiterbewegung und den sozialistischen und kommunistischen Erfahrungen sind es u.a. die Fragen der Umweltproblematik und vor allem der Frauenbewegung, die Eingang gefunden haben. Auch die Befreiungstheologie und die Fragen der postkolonialen »Dritten Welt« nehmen einen substanziell gefüllten, beträchtlichen Raum ein.

 

 

Datenschutz