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Charaktermaske []

Charaktermaske

A: qanā‛. – E: character (mask). – F: masque. – R: maska charaktera. – S: máscara teatral. – C: mianju 面具

Wolfgang Fritz Haug

HKWM 2, 1995, Spalten 435-451

Als Komplementärbegriff zu »Personifikation« ist »C« einer der Begriffe, mit denen Marx die strukturelle Determination individueller Akteure faßt, die er in der KrpÖ aber nur behandelt, »soweit sie […] Träger von bestimmten Klassenverhältnissen und Interessen« sind, für die es keinen Sinn hätte, »den einzelnen verantwortlich [zu] machen« (K I). In dem Maße, in dem die Individuen sich als C.n verhalten, sind sie »Gefangene von Texten und Rollen, deren Autoren sie nicht sein können. Denn dieses Theater ist seinem Wesen nach ein Theater ohne Autor.« (Althusser/Balibar, DKL).

»C« ist zusammengesetzt aus Charakter (griech. »Präger, Prägestempel, Prägung«, schließlich fürs eingravierte Schriftzeichen) und Maske (über das Franz. aus dem ital. maschera entlehnt, das vermutlich auf das arab. mashara zurückgeht: »Verspottung, Possenreißer(ei)«; vgl. Duden Etymologie, 1963). Der lateinische Ausdruck für die Maske, wie sie im griechischen Theater Verwendung fand, ist persona. Die lange Zeit vertretene Herleitung von per-sonare (»hindurchtönen«) ist nicht zu halten. »Wort und Sache kamen wahrscheinlich durch die Atellana nach Rom« (Kl Pauly), eine in der Stadt Atella entstandene Tradition plebejischer Possen mit stereotypen Figuren (vgl. Nietzsche über »die C.n der Atellaner«). Von den C.n dieser wie altgriechischer Formen kann gesagt werden: »Alle sind sie Typen, die eine Seite menschlichen Wesens in vollkommener Ausbildung darstellen; sie bleiben sich selbst gleich, so wie sie von Anfang an sind, sie werden durch ihre Erlebnisse nicht gewandelt, sondern nur veranlaßt, ihre Eigenschaften zu entfalten.« (Bethe 1924) Diese Struktur wird tradiert über das geistliche Drama und die Commedia del'arte. C bedeutet dabei die Gesamtaufmachung einer Bühnenfigur, die (im Gegensatz zur Phantasiemaske) schon äußerlich Stand, Beruf, Charakter ihres Trägers durch typische Merkmale anzeigt (Wilpert). – Bei Cicero sublimiert sich persona »zur Bedeutung der C, in der jemand anderen erscheint« (IfS 1956). – Die Zusammensetzung von Charakter und Maske zu C scheint spezifisch deutsch.

abstrakte Tätigkeit, Antagonismus, Entfremdung, falsches Bewusstsein, Fetischcharakter der Ware, Gleichgültigkeit, historische Individualitätsformen, Kritische Theorie, Metapher, Personifikation, Rolle, Studentenbewegung, Verdinglichung, Warenästhetik

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c/charaktermaske.txt · Zuletzt geändert: 2018/02/26 21:29 (Externe Bearbeitung)     Nach oben
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