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g:geschlecht [2015/03/26 23:07]
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 II. Paradigmatisch für (de)konstruktivistische Konzeptionen formulieren Ulrike Teubner und Angelika Wetterer, »dass wir es bei der G-Zugehörigkeit von Personen und bei der Zweigeschlechtlichkeit als sozialem Klassifikations- und Differenzierungsprinzip nicht mit einer Vorgabe der Natur, sondern mit dem Ergebnis sozialer Konstruktionsprozesse zu tun haben« (...). Was mit »sozialer Konstruktion« von G genau gemeint ist, differiert in den einzelnen Theorien, nicht zuletzt deshalb, weil die Konstruktionsprozesse von G jeweils in sehr unterschiedlichen gesellschaftlichen Bereichen untersucht werden – mal liegt der Fokus mehr auf sozialen Interaktionen, mal mehr auf strukturellen oder institutionellen Prozessen und wieder ein anderes Mal mehr auf der [[d:Diskurstheorie|diskursiven]] Konstituierung von G in literarischen Texten oder normativen Diskursen. Insgesamt erweitert sich aber mit dieser Einsicht der Rahmen der Fragestellungen immens: alle Aspekte von Gesellschaft (soziale Situationen, gesellschaftliche Strukturen, [[i:Institution|Institutionen]], Architektur, Wissensformen, Subjektivität etc.) kommen nun als (mögliche) Momente der gesellschaftlichen Konstruktion und Organisation von G, als vergeschlechtlichte und vergeschlechtlichende Elemente des »Geschlechterarrangements« (...) in den Blick. Damit eng verbunden, findet in fast allen diesen Positionen eine Verschiebung der Frauen- zur G-Forschung statt. So konzentrierte sich die herkömmliche Frauenforschung auf den Nachweis der verschiedenen Facetten der Nichtwahrnehmung des Lebens und Handelns von Frauen und deren Diskriminierung in den verschiedenen gesellschaftlichen Bereichen. Demgegenüber ist der Ausgangspunkt der G-Forschung die Infragestellung überhaupt von G. Problematisiert wird nun – gleichsam einen Schritt davor –, warum Individuen überhaupt zu ›Frauen‹ und ›Männern‹ werden müssen und was es bedeutet, dass sich viele Gesellschaften zentral über G organisieren. Geklärt werden soll, wie sich die symbolische Ordnung der heterosexuellen Zweigeschlechtlichkeit in verschiedenen sozialen Prozessen (re)produziert und welche Folgen das für die gesellschaftliche Organisation, die Sprache, die Architektur, die Wissenschaft, das Denken und nicht zuletzt für die Individuen (und deren emotionale, psychische, kognitive und körperliche Entwicklung) hat.  II. Paradigmatisch für (de)konstruktivistische Konzeptionen formulieren Ulrike Teubner und Angelika Wetterer, »dass wir es bei der G-Zugehörigkeit von Personen und bei der Zweigeschlechtlichkeit als sozialem Klassifikations- und Differenzierungsprinzip nicht mit einer Vorgabe der Natur, sondern mit dem Ergebnis sozialer Konstruktionsprozesse zu tun haben« (...). Was mit »sozialer Konstruktion« von G genau gemeint ist, differiert in den einzelnen Theorien, nicht zuletzt deshalb, weil die Konstruktionsprozesse von G jeweils in sehr unterschiedlichen gesellschaftlichen Bereichen untersucht werden – mal liegt der Fokus mehr auf sozialen Interaktionen, mal mehr auf strukturellen oder institutionellen Prozessen und wieder ein anderes Mal mehr auf der [[d:Diskurstheorie|diskursiven]] Konstituierung von G in literarischen Texten oder normativen Diskursen. Insgesamt erweitert sich aber mit dieser Einsicht der Rahmen der Fragestellungen immens: alle Aspekte von Gesellschaft (soziale Situationen, gesellschaftliche Strukturen, [[i:Institution|Institutionen]], Architektur, Wissensformen, Subjektivität etc.) kommen nun als (mögliche) Momente der gesellschaftlichen Konstruktion und Organisation von G, als vergeschlechtlichte und vergeschlechtlichende Elemente des »Geschlechterarrangements« (...) in den Blick. Damit eng verbunden, findet in fast allen diesen Positionen eine Verschiebung der Frauen- zur G-Forschung statt. So konzentrierte sich die herkömmliche Frauenforschung auf den Nachweis der verschiedenen Facetten der Nichtwahrnehmung des Lebens und Handelns von Frauen und deren Diskriminierung in den verschiedenen gesellschaftlichen Bereichen. Demgegenüber ist der Ausgangspunkt der G-Forschung die Infragestellung überhaupt von G. Problematisiert wird nun – gleichsam einen Schritt davor –, warum Individuen überhaupt zu ›Frauen‹ und ›Männern‹ werden müssen und was es bedeutet, dass sich viele Gesellschaften zentral über G organisieren. Geklärt werden soll, wie sich die symbolische Ordnung der heterosexuellen Zweigeschlechtlichkeit in verschiedenen sozialen Prozessen (re)produziert und welche Folgen das für die gesellschaftliche Organisation, die Sprache, die Architektur, die Wissenschaft, das Denken und nicht zuletzt für die Individuen (und deren emotionale, psychische, kognitive und körperliche Entwicklung) hat. 
  
-➫ [[a:Arbeit]], [[b:Befriedigung]], [[b:Biologismus]], [[d:Diskurstheorie]], [[e:Ehe]], [[e:Eros]], [[f:Familienarbeit, Hausarbeit|Familienarbeit/Hausarbeit]],  [[f:Frauenarbeit]],  [[f:Frauenbewegung]], [[f:Frauenstudien]], [[f:Freudomarxismus]],  [[g:Gegensatz]],  [[g:Gender Mainstreaming]], [[g:Geschlechterdemokratie]], [[g:Geschlechterverhältnisse]], [[g:Geschlechtervertrag]], [[g:geschlechtsegalitäre Gesellschaften]], [[g:Gleichstellungspolitik]], [[h:Handlung]], [[h:Hausarbeitsdebatte]],  [[h:Hausfrau]],  [[h:Herrschaft]], [[h:Heteronormativität]], [[h:Homosexualität]],  [[i:Identität]], [[i:Individuum]], [[k:Klassenanalyse]],  [[k:Körper]], <!--[-->[[l:Liebe|Liebe]]<!--]-->, Lust, <!--[-->[[m:Männlichkeit|Männlichkeit]]<!--]-->, materialistischer Feminismus, Mütter,  Orientalismus,  Pariser Mai, Patriarchat,  privat/öffentlich,  Produktionsverhältnisse, Produktionsweise, Queer-Theorie,   Reproduktionsarbeit,  Reproduktionsverhältnisse, Semiotik,  Sexualität,  Sozialisation, Sprache, Subjekt, Subjekt-Effekt, Tausch,  Unterdrückung,  Verwandtschaft, vorkapitalistische Produktionsweisen,  Wissenschaft, Wissenschaftskritik,  Zeichen,  Zwangsheterosexualität +➫ [[a:Arbeit]], [[b:Befriedigung]], [[b:Biologismus]], [[d:Diskurstheorie]], [[e:Ehe]], [[e:Eros]], [[f:Familienarbeit, Hausarbeit|Familienarbeit/Hausarbeit]],  [[f:Frauenarbeit]],  [[f:Frauenbewegung]], [[f:Frauenstudien]], [[f:Freudomarxismus]],  [[g:Gegensatz]],  [[g:Gender Mainstreaming]], [[g:Geschlechterdemokratie]], [[g:Geschlechterverhältnisse]], [[g:Geschlechtervertrag]], [[g:geschlechtsegalitäre Gesellschaften]], [[g:Gleichstellungspolitik]], [[h:Handlung]], [[h:Hausarbeitsdebatte]],  [[h:Hausfrau]],  [[h:Herrschaft]], [[h:Heteronormativität]], [[h:Homosexualität]],  [[i:Identität]], [[i:Individuum]], [[k:Klassenanalyse]],  [[k:Körper]], <!--[-->[[l:Liebe|Liebe]]<!--]-->,  <!--[-->[[m:Männlichkeit|Männlichkeit]]<!--]-->, materialistischer Feminismus, Mütter,  Orientalismus,  Pariser Mai, Patriarchat,  privat/öffentlich,  Produktionsverhältnisse, Produktionsweise, Queer-Theorie,   Reproduktionsarbeit,  Reproduktionsverhältnisse, Semiotik,  Sexualität,  Sozialisation, Sprache, Subjekt, Subjekt-Effekt, Tausch,  Unterdrückung,  Verwandtschaft, vorkapitalistische Produktionsweisen,  Wissenschaft, Wissenschaftskritik,  Zeichen,  Zwangsheterosexualität 
    
  

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