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Freude []

Freude

A: faraḥ. – E: joy. – F: joie. – R: radost’. – S: alegría. – C: kuaile

Alexis Petrioli

HKWM 4, 1999, Spalten 993-1007

Der Begriff kann sich sowohl auf vorrangig somatische Lustempfindungen als auch auf angenehme seelische Erregungen beziehen; F kann vom Eintreten günstiger Ereignisse ausgelöst werden wie auch erfüllte Praxis begleiten. Von der ihr semantisch verschwisterten ›Lust‹ ist sie im Alltags- wie Wissenschaftsverständnis nur schwer zu unterscheiden. Seit der Antike wird F häufig der Lust subsumiert; die christliche Tradition legt dagegen (in Aufnahme philosophischer Ansätze) eine Arbeitsteilung nahe: Lust an den sündhaften körperlichen Genüssen, F in der seelischen Kontemplation der göttlichen Gnade. Nicht zuletzt deswegen erweist sich F in der abendländischen Tradition als umkämpfter Begriff.

Für ein emphatisch auf die Ermöglichung von Praxis abstellendes Denken ist weniger die psychologische Verhandlung der F als einer Grundqualität des Lebens oder die entfremdungstheoretische Orientierung auf die gesellschaftlichen Bedingungen der Möglichkeit von F relevant als vielmehr das Verhältnis von F und wirklichkeitsveränderndem Weltbezug. In diesem Kontext stellt die Philosophie Spinozas eine Zäsur dar; für ihn ist F konstitutives Moment der ins Zentrum der ethischen Erwägung gerückten Handlungsfähigkeit. Von hier aus nimmt er mit der F auch die Traurigkeit als deren passivierendes Gegenteil in den Blick. ›Postmoderne‹ Befreiungstheorien haben Spinozas Ansatz für ihre Konzeptionen eines ›fröhlichen Positivismus‹ aufgenommen.

Spätestens seit dem Wegfall des ehemals zum Subjekt des historischen Fortschritts designierten Proletariats als Adressat und Hoffnungsträger von Emanzipationstheorie sowie mit den hegemonialen Erfolgen der neoliberalen Reaktion an der Schwelle zum 21. Jh. ist die Bewältigung der politischen Resignation und somit der Umgang mit F und Trauer eine dringliche Herausforderung linken Selbstverständnisses geworden, soll kollektive Handlungsfähigkeit nicht gänzlich ins Reich der Utopie verabschiedet werden.

Angst/Furcht, Bedürfnis, Befriedigung, Denken, Dialektik, Eingedenken, eingreifendes Denken, Entfremdungsdiskussion, Ethik, ethisch-politisch, Etymologie, falsche Bedürfnisse, Freudomarxismus, Genuss, Große Weigerung, Handlung, Handlungsfähigkeit, Hedonismus, Hegelianismus, Hegel-Kritik, Hegemonie, immaterielle Arbeit, Irrtum, kollektives Handeln, Körper, Macht, Philosophie der Praxis, Positivismus, Praxis, Psychoanalyse, Schmerz, Spinozismus, Tätigkeit, Unterdrückung

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f/freude.txt · Zuletzt geändert: 2016/02/19 20:20 von christian     Nach oben
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