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homo oeconomicus []

homo oeconomicus

A: al-insān al-iqtisādī. – E: economic man. – F: homo oeconomicus. – R: gomo ekonomikus. – S: homo oeconomicus. – C: jingjiren 经济人

Ole Marquardt (MC), Mario Candeias

HKWM 6/I, 2004, Spalten 501-510

Mit ›ho‹ bezeichnet bürgerliches Denken das Modell eines rational geleiteten ökonomischen Akteurs mit dem Selbstinteresse, über ein optimales Verhältnis von Aufwand und Ergebnis Einkommensmaximierung zur Befriedigung seiner Bedürfnisse zu erzielen – ›aufgeklärt‹ i.S. universeller Marktkenntnisse und befähigt, dieses Wissen zweckmäßig umzusetzen, dabei ständig bereit, sich wechselnden wirtschaftlichen Gegebenheiten anzupassen. Die Vorstellung eines ho wurzelt im Rationalismus und Materialismus des 17. Jh. sowie im Liberalismus des 18. Jh., ihre Ausgestaltung erfolgte in der klassischen politischen Ökonomie, die Formulierung selbst geht auf John Stuart Mill zurück. Von Mill aus wächst dem ho axiomatische Bedeutung über die Ökonomie hinaus zu. Marx betrachtet ihn als adäquate Beschreibung eines durch die kapitalistische Produktionsweise erzwungenen Verhaltens. Er kritisiert die zur Legitimation der kapitalistischen Eigentums- und Herrschaftsverhältnisse dienliche Unterstellung, beim ho habe man es mit der menschlichen ›Natur als solcher‹ zu tun. Marxistische Theorien kritisieren den ho als Setzung eines imaginären Subjekts der bürgerlichen Ökonomie, das an eine reduktionistische instrumentelle Rationalität gebunden ist und mit der spezifischen materiellen Wirksamkeit der Ideologieform eine systemangepasste Individualität reproduziert. Unter dem Druck neoliberaler Hegemonie, die allen Sphären der Gesellschaft das Korsett ihrer ökonomischen Rationalität oktroyieren will, wächst der Kritik des ho ein prononcierter politischer Stellenwert zu.

Inspiriert von den Entdeckungen der klassischen Mechanik und Astronomie bedient sich das Zeitalter der Aufklärung der »newtonschen Methode« (Smith, Works 4), um in der Sphäre der ›moral sciences‹ jene Gesetzmäßigkeiten zu ermitteln, die das Verhalten von Individuen wie Gemeinwesen kalkulierbar machen.

abstrakt/konkret, Aufklärung, Bedürfnis, Charaktermaske, Egoismus, Empirismus, Entfremdung, Fetischcharakter der Ware, Geld, Glück, gerechter Lohn, Handlung, historische Individualitätsformen, Historische Schule der Ökonomie, Historismus, Idealtypus, Institution, Interesse, Liberalismus, Lohnarbeit, Marginalismus, Menschenbild, Methodenstreit, Neoliberalismus, Normen, objektive Gedankenformen, neue politische Ökonomie, Ökonomismus, Personifikation, Rationalismus, Rationalität, Reichtum, Selbstzweck, Spiel, Tausch, Utilitarismus, Verdinglichung, Verhalten, verkehrte Welt, Ware, Zweck, Zynismus

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