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Existenz []

Existenz

A: wuǧūd. – E: existence. – F: existence. – R: suščestvovanie. – S: existencia. – C: cunzai

Wolfgang Fritz Haug

HKWM 3, 1997, Spalten 1105-1116

Vom lat. Verb existere, »das in der philosophischen Sprache oft an die Stelle von ›esse‹ gesetzt wurde, besonders in der Partizipialform« erst im 4. Jh. zur Übersetzung des griech. Begriffs ὕπαρξις (von ὑπάρχειν, »sein«, »gegeben sein«, »dasein«) gebildet (Hadot 1972). Der in der philosophischen wie in der Alltagssprache beheimatete Ausdruck E mit dem dazugehörigen Verb »existieren«, bezeichnet »ja eigentlich nur Dasein« (Richter 1961), »with its stress on evident and perceptible and therefore actual being« (Williams 1976). Doch wird er in unterschiedlichen Bedeutungen gebraucht: vom faktischen Dasein von Dingen, Zuständen, Verhältnissen oder Personen bis zu dem, »was der gewöhnliche Mann eben Existenz nennt, nämlich, dass er eine Arbeitsstelle hat, die ihn nährt, kurz, dass er leben kann« (Brecht). Im ersten Sinn verwendet ihn etwa Lukács, wenn er von der »Wirkung der bloßen E […] der sozialistischen Staaten« auf die internationalen Kräfteverhältnisse spricht (1963); im zweiten Sinn einer ökonomischen Basis individueller oder familialer (privater) Lebensreproduktion (vgl. Redeweisen wie: »sich eine E aufbauen«; »E-Grundlage«; »E-Gründung« usw.) Engels, wenn er von der Entwicklung der industriellen Produktivkräfte die Möglichkeit erwartet, »vermittels der gesellschaftlichen Produktion allen Gesellschaftsgliedern eine E zu sichern, die nicht nur materiell vollkommen ausreichend ist […], sondern die ihnen auch die […] Betätigung ihrer körperlichen und geistigen Anlagen garantiert«, so dass gesagt werden kann: »Der Kampf ums Einzeldasein hört auf.« (AD). Während die Französische Revolution das »Recht auf die E« proklamiert hatte, sollte der sozialistische »Zukunftsstaat« die »Sicherheit der E« gewähren (Kautsky 1892). – Anders als in der von Bloch geschätzten Formulierung »desto schlimmer für die Tatsachen« kann mit der Berufung auf tatsächliche E gegen die nicht zum Zuge kommende bloße Möglichkeit aufgetrumpft werden: So sollte die Formel vom »real existierenden Sozialismus« die Idee eines den marxschen Kriterien entsprechenden Sozialismus durch Verweis auf dessen Nicht-E zur Utopie entwerten.

Dass der Begriff E bis in die 1920er Jahre noch nicht in Sprache und Problematik der Fachphilosophie eingedrungen war, zeigt das Philosophische Wörterbuch von Eisler: E hat keinen eigenen Artikel, nur eine Verweisung auf »Sein, Wesen«. Zusammensetzungen wie E-Philosophie sind noch unbekannt.

Bestimmung, Dialektik, Emanzipation, Erscheinung/Erscheinungsform, etwas, Ewigkeit, Existenzialismus, Feuerbach-Thesen, fiktives Kapital, Form, Ganzes, Geist, Gott, Idealismus/Materialismus, Innenwelt/Außenwelt, Oberfläche/Tiefe, Schein, Sprache, Tod, Überdeterminierung, Wesen des Menschen

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e/existenz.txt · Zuletzt geändert: 2018/03/20 11:52 von flo     Nach oben
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