Warning: strpos(): Empty needle in /homepages/7/d84648464/htdocs/e_inkritpedia/e_maincode/lib/plugins/translation2/action.php on line 53

Warning: Cannot modify header information - headers already sent by (output started at /homepages/7/d84648464/htdocs/e_inkritpedia/e_maincode/lib/plugins/translation2/action.php:53) in /homepages/7/d84648464/htdocs/e_inkritpedia/e_maincode/inc/actions.php on line 187
Marktfrauen []

Marktfrauen

A: ʽāmilāt as-sūq. – E: market women. – F: marchandes. – R: rynočnye torgovki. – S: vendedoras de mercado. – C: shìchǎng nǚfàn 市场女贩

Ruth May

HKWM 8/II, 2015, Spalten 1774-1783

Der Marktplatz ist einer der Orte, an denen sich Frauen als Händlerinnen und Käuferinnen versammeln. Gemeinsam mit den männlichen Händlern und Käufern bilden sie eine Öffentlichkeit. Entgegen der patriarchalen Vorherrschaft und deren Dominanz des öffentlichen Raums ist der Marktplatz in der Geschichte zu einem Ort der ökonomischen und sozialen Selbstbehauptung von M geworden. Immer wieder mussten sie sich, wenn auch nur in Erfüllung ihrer Funktion, gegen männliche Konkurrenten und den sie kontrollierenden Staat wenden. In der Sphäre des Markts übten sie ihre Widerständigkeit ein, die bis zur Rebellion reichen konnte. Als Vertreterinnen der »rächenden Klasse« – wie sich in Anlehnung an Walter Benjamins XII. Geschichtsthese formulieren lässt – haben sie ihren Protest nicht in die bürgerliche Geschichtsschreibung, sehr wohl aber in den Lauf der Geschichte eingetragen – unterdrückt nicht allein von den Obrigkeiten, sondern ebenso von ihren männlichen revolutionären Mitstreitern, also doppelt vergessen und nur für den Tag handelnd. Und doch weist ihr Handeln weit in die Zukunft, wie immer sie ihrem Selbstverständnis nach in diesen Beziehungsformen und Verhältnissen verhaftet waren. Erst der Blick auf die Geschlechterverhältnisse hat die M als Akteurinnen aus dem Vergessen bergen können. M stellen die Versorgung mit notwendigen Lebensmitteln sicher, dabei ist ihre Stellung im bürgerlichen Leben meist prekär. In seinem Roman Der Bauch von Paris beschreibt Émile Zola 1873 eindrucksvoll den Materialismus ihrer Sinne. Mit ihren Stimmen werben sie um die Gunst des Publikums. Es ist dieses werbende Geschrei, in welchem die Stimmen miteinander wetteifern, das im Falle des Aufstands auch der Ursprung der Rebellion werden kann. Le Cri du peuple (2001-04) ist dann auch der Titel eines Bilderromans, mit dem Jean Vautrin und Jacques Tardi den Geist der Pariser Kommune von 1871 beschworen haben.

Agrarfrage, Arbeitspolitik, Arbeitsteilung, Aufstand, Bauern, einfache Warenproduktion, einfache Zirkulation, Fabrik, Familie, Familienarbeit/Hausarbeit, Feminisierung der Arbeit, Frauenarbeit, Frauenarbeitspolitik, Frauenemanzipation, Frauenformen, Geschlechterverhältnisse, Handel, Hausfrauisierung, häusliche Produktionsweise, Hexe, Industrialisierung, Karneval, Kleinbauern, kleine (einfache) Warenproduktion, Köchin, Konkurrenz, Kurtisane, Magd, Marginalisierung, Markt, Mätresse, Matriarchat/Mutterrecht, Öffentlichkeit, Pariser Kommune, Patriarchat, privat/öffentlich, Schichten (soziale), Staat, Stadt, Stadt/Land, Subalternität, Subsistenzproduktion, ursprüngliche Akkumulation, vorkapitalistische Produktionsweisen, Ware, Warenästhetik, Weltmarkt, Werbung, Widerstand, Zirkulation

artikel_per_email.jpg

Übersicht

Dies ist eine Übersicht über alle vorhandenen Seiten und Namensräume.

Wikiaktionen
Benutzeraktionen
Andere aktionen
 
InkriT Spende/Donate     Kontakt und Impressum: Berliner Institut für kritische Theorie e.V., c/o Tuguntke, Rotdornweg 7, 12205 Berlin
m/marktfrauen.txt · Zuletzt geändert: 2018/02/26 21:29 (Externe Bearbeitung)     Nach oben
Recent changes RSS feed Powered by PHP Valid XHTML 1.0 Valid CSS Driven by DokuWiki Design by Chirripó