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Kautskyanismus []

Kautskyanismus

A: kautiskiyah. – E: Kautskyism. – F: kautskysme. – R: Kautskianizm. – S: kautskyanismo. – C: kaociji zhuyi 考茨基主义

Thomas Marxhausen (I.), Montserrat Galceran (II.)

HKWM 7/I, 2008, Spalten 536-549

Der aus Lenins abwertender Bezeichnung ›Kautskyanertum‹ hervorgegangene Ausdruck K bezeichnet die einflussreichste Strömung im Offizialmarxismus der II. Internationale, die eine Position der ›Mitte‹ bezog, sich sowohl vom Reformismus und bernsteinschen Revisionismus abgrenzend als auch von den ›radikalen Linken‹ um Rosa Luxemburg und Lenin. Kautskys Anspruch, das »Zentrum« im Sinne der »großen Masse der Partei im Gegensatz zu ihren Ausläufern von rechts und links« zu vertreten (1914), gab den Namen »Zentrismus«. Kennzeichnend für den K ist die Auffassung von der ökonomischen Determiniertheit historischer Prozesse, was den von ihm vermittelten Marxismus zu einer dogmatischen Lehre erstarren lässt, die vom naturgesetzlichen Zusammenbruch des Kapitalismus ausgeht und radikale Zusammenbruchs-Rhetorik mit reformistischer Praxis kombiniert – eine Haltung, die als »revolutionärer Attentismus« (Groh 1973) bezeichnet wird. In den 1970er Jahren lebte im Zusammenhang mit eurokommunistischen Debatten über einen »demokratischen Sozialismus« das Interesse an Kautskys Strategien eines friedlichen Übergangs zum Sozialismus erneut auf.

Nach eigenem Zeugnis lernte Kautsky v.a. durch Engels’ AD »Marx völlig zu begreifen und einheitlich aufzufassen« (1894-95). Das Kapital hingegen verstand er, wie die Mehrzahl der Marxisten der II. Internationale, nicht als eine Analyse des in die Struktur der kapitalistischen Gesellschaft eingelassenen Antagonismus zwischen Kapital und Arbeit, sondern als Studie eines bestimmten historischen Systems, das aufgrund seiner inneren Widersprüche dazu bestimmt sei, zum Sozialismus ›überzugehen‹. Die »materialistische Geschichtsauffassung«, die bedeutendste der »Großtaten der beiden Geistesriesen Engels und Marx« (1927, Bd. 1), habe die Aufgabe, den letztendlichen Triumph des Sozialismus als Resultat der Krise des kapitalistischen Systems nachzuweisen. Solcherart ist der historische Prozess naturalisiert und die Rolle der Politik auf die Widerspiegelung der ökonomischen Transformationen beschränkt. »Nach der marxschen Geschichtsauffassung ist der Sozialismus ein Produkt besonderer ökonomischer Bedingungen, d.h. eines hochentwickelten industriellen Kapitalismus« (…). Im Zentrum dieser Auffassung stehe der Begriff der »historischen Notwendigkeit«, der das unaufhörliche Wachstum der Arbeitermasse und entsprechend der sozialistischen Arbeiterbewegung mit dem notwendigen Niedergang, der Fäulnis des kapitalistischen Systems verbindet.

Absterben des Staates, Agrarfrage, Arbeiterbewegung, Darwinismus, Demokratie/Diktatur des Proletariats, demokratischer Sozialismus, Diktatur des Proletariats, Entwicklung, ethischer Sozialismus, Eurokommunismus, Evolutionismus, friedlicher Weg zum Sozialismus, historische Mission der Arbeiterklasse, historischer Materialismus, Imperialismus, Klassenbewusstsein, Krieg und Frieden, Linksradikalismus, Marxismus, Massenstreik, Menschewismus, Neukantianismus, Notwendigkeit, Ökonomismus, Opportunismus, Parlamentarismus, proletarische Revolution, Reformismus, Renegat, Revisionismus, Revolution, revolutionäres Subjekt, Revolutionstheorie, Russische Revolution, Sozialdemokratie, Sozialdemokratische Programme, Sozialdemokratismus, Sozialismus, Strategie/Taktik, subjektiver Faktor, Totalitarismus, von außen, Vulgärmarxismus, Weltkrieg, Weltrevolution, wissenschaftlicher Sozialismus, Zentrismus, Zusammenbruchstheorie, Zweite Internationale

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